Freitag, Juni 02, 2017

Grindr von den Chinesen übernommen!

Grindr, eine der beliebtesten Gay Dating-Apps („Gay chat, meet & date“) wurde komplett von einem chinesischen Spiele-Entwickler übernommen. Müssen schwule Männer jetzt Angst vor Zensur und Spionage haben?

Bereits im Januar 2016 hatte das auf Mobile-Spiele spezialisierte Unternehmen Beijing Kunlun Tech (bekannt für Clash of Clans und die Mitentwicklung des Opera-Browsers) sich für 93 Millionen US-Dollar (rund 83 Millionen Euro) 61,5 Prozent an Grindr gesichert. 

Nun hat der Spiele-Entwickler die restlichen 38,5 Prozent für weitere 152 Millionen US-Dollar (circa 135 Millionen Euro) aufgekauft.

Grindr-User haben Angst vor Zensur und Spionage

Der Erfinder von Grindr, Joel Simkhai, hatte von Anfang an die User der App beruhigt, es werde nach der Übernahme keine einschneidenden Änderungen bei der Gay Dating-App geben. Er freute sich über den Verkauf von Grindr und sagte:
Grindr kann seinen Dienst durch den Verkauf ausbauen und weiter sicherstellen, dass Grindr die Nummer 1 Gay Dating-App und Marke für Millionen User bleibt. 
Trotzdem befürchten Aktivisten nun Zensur und Spionage durch die Totalübernahme durch Beijing Kunlun Tech. Das Unternehmen hatte den ersten Kauf nämlich als „strategische Investition“ bezeichnet.

Hinzu kommt, dass Grindr in China nicht überall funktioniert. In bestimmten Regionen Chinas läuft die Gay Dating-App nämlich nicht, weil Gesetze die Meinungsfreiheit einschränken und andere Gesetze Pornographie verbieten. Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender werden zudem immer noch stark diskriminiert in China.

Sind meine Daten bei Grindr noch sicher?

Seit der Gesamtübernahme Grindrs wird auch die Datensicherheit der App angezweifelt. Es gibt immer wieder Gerüchte, die chinesische Regierung würde „Datenspionage im großen Stil betreiben“, wie das Online-Magazin ggg.at im Januar 2016 berichtete.

Das wäre für nicht-geoutete Personen des öffentlichen Lebens natürlich der Super-GAU. Denn in Ägypten wurde Grindr schon genutzt um schwule Männer ausfindig zu machen und anschließend zu verhaften.

In der Türkei, in Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist Grindr komplett verboten und kann von Usern nicht genutzt werden.


Grindr in der Kritik: Verbrechen, Fakes und Stalker

Grindr ist aber nicht nur durch die Übernahme des chinesischen Spiele-Entwicklers in die Kritik geraten. In den USA und Europa beschweren sich User immer wieder, dass die Gay Dating-App zu wenig gegen Fakes und Stalker unternehme. Ein Beispiel hierfür ist der New Yorker Matthew Herrick, in dessen Namen ein Unbekannter mehr als 700 falsche Grindr-Dates ausmachte. 

Als Grindr auf Herricks Hilferufe nicht reagierte, verklagte dieser die Macher der Dating-App wegen irreführender Geschäftspraktiken, Fahrlässigkeit, vorsätzlicher Zuführung emotionaler Schmerzen sowie falscher Werbung. Grindr äußerste sich zu dem Fall nicht. 

In den USA ist es nämlich so, dass Internet-Dienste grundsätzlich nicht für die Inhalte verantwortlich sind, die User produzieren. Die Zahl der auf bzw. über Grindr verübten Verbrechen hat sich seit 2014 versiebenfacht. So gelang es 2015 einer Bande Krimineller in Großbritannien immer wieder Männer auszurauben, die ein vermeintliches Date über Grindr verabredet hatten.


Grindr trotzdem beliebteste Gay Dating-App

Trotz aller Kritiken an Fake-Profilen und Zensur- oder Spionage-Szenarien, gilt Grindr immer noch als eine der beliebtesten und größten Dating-Apps für Schwule auf der Welt.

In China direkt ist allerdings die 2013 ins Leben gerufene Gay Dating-App Blued Marktführer. Kein Wunder, so hat Blued im Gegensatz zu Grindr wenigstens regimekonforme AGB. 

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Donnerstag, Mai 04, 2017

Affinitas GmbH fusioniert mit US-Online-Dating-Unternehmen

Affinitas GmbH fusioniert mit Spark Networks.
Die Affinitas GmbH, welche die in Deutschland bekannte Partnervermittlung eDarling betreibt, fusioniert Ende 2017 mit dem US-Dating-Anbieter Spark Networks. Daraus soll die Spark Networks SE entstehen.

Aber keine Angst, eDarling geht nicht direkt nach Amerika. Dafür aber an die Börse bzw. wird die Partnervermittlung Teil des neuen börsennotierten Unternehmens Spark Networks SE.

Aktienkurs rund 1 Euro

Aber, ob es sich lohnt Spark-Networks-SE-Aktien zu kaufen? Das bleibt abzuwarten. Unsere Redaktion lässt die Kursentwicklung der derzeitigen Spark-Networks-Aktie schon einmal nicht aus den Augen.

Seit März 2017 ist der Kurs der Spark-Networks-Aktie allerdings ziemlich gefallen, derzeit liegt der Wert einer Aktie bei rund 1 Euro. Aber wer weiß, welchen Aufschwung die Affinitas GmbH den Amerikanern durch die Fusion im letzten Jahresviertel 2017 noch beschert.

Wer ist Spark Networks überhaupt?

Spark Networks hat seinen Hauptsitz in Los Angeles (Californien) und ist der Anbieter von Datingseiten wie beispielsweise ChristianMingle, JDate, faith.com, LDSSingles oder AdventistSingles.

Was ist so spannend an der Fusion zwischen Affinitas und Spark Networks?

Nun, zum einen war uns schon im letzten Interview mit Jeronimo Folgueira (Geschäftsführer bei eDarling) klar, dass der Mann Großes in Sinn hat, als er sagte:

„Unsere Geschäftsmöglichkeiten in den englisch- und französischsprachigen Märkten sind deutlich größer. In diesen Märkten waren wir bisher sehr erfolgreich und konnten große Marktanteile gewinnen. In Kanada sind wir bereits Marktführer in der Provinz Quebec.“

Eine Expansion der Affinitas GmbH schien also bereits im Dezember 2016 anzuklingen.

Wie war das noch einmal mit dem Parship-Verkauf 2016?

Zum anderen erinnert die Fusion zwischen der Affinitas GmbH und dem US-Datingseiten-Anbieter Spark Networks natürlich auch an den Kauf und Verkauf von Parship und ElitePartner im Jahr 2016 und deren "Zusammenfassung" in der Parship Elite Group. Das schafft neue Konkurrenzverhältnisse auf dem Online-Dating-Markt.

Christian Wegner, Vorstand Digital Ventures & Commerce der ProSieben Sat1 Group erklärte im September 2016, dass „die Akquisition der Parship Elite Group“ das strategische Augenmerk auf „etablierte profitable Wachstumsunternehmen, die Marktführer in ihrem Segment sind,“ unterstreiche.

Ziel ist es in diesem Fall natürlich das Online-Dating-Geschäft in Europa weiterzuentwickeln, da Partnervermittlungen das nachhaltigste Segment im Online-Dating-Markt sind und jährlich um rund zehn Prozent wachsen.

Ob die Tischtennisplatte in der eDarling-Küche bleiben darf?

Außerdem ist natürlich interessant, dass die Spark Networks SE ihren Hauptsitz in Berlin haben wird. Ob die Fusion langfristig auch den Abbau von Arbeitsplätzen nach sich zieht bzw. wie sich die Arbeitsbedingungen durch den Abschluss neuer Arbeitsverträge ändern, bleibt abzuwarten. 

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Mittwoch, Januar 18, 2017

Von Äpfeln, Birnen und Besserverdienern: Der Singlebörsentest von Computerbild.de

Welches ist das beste Früchtchen:
Parship, LoveScout oder Finya?

Wenn es um ein technisches Votum zu den neuesten Laptops am Markt geht oder um die Frage "UKW oder DAB?", sind die Fachleute von Computerbild zweifelsohne unschlagbar kompetente Ratgeber. Aber verstehen sie auch was von Singlebörsen? 

Im TESTBILD-Test mit dem Titel "Wer bietet das beste Online-Dating?" werden 6 Singlebörsen miteinander verglichen. Und das ist in diesem Falle so, als würde man 3 Sorten Äpfel, 2 Sorten Birnen und eine Banane kosten und dann als Testergebnis feststellen: "Der Braeburn ist auf jeden Fall viel besser als die Williams Christ, wenngleich die Banane geschmacklich durchaus mithalten kann."


Partnervermittlung und Kontaktanzeigen:
2 Paar Schuhe

Nicht anders verhält es sich mit Singlebörsen: Partnervermittlungen wie Parship und ElitePartner beruhen auf dem Vermittlungsprinzip, während man beim Kontaktanzeigenportal LoveScout24 frei auf die Suche durch den Mitgliederkatalog gehen kann. Partnervermittlungen haben einen mal mehr mal weniger langen Fragebogen für das Matching vorgeschaltet, bei Kontaktanzeigen bastelt man sich lediglich ein aussagekräftiges Profil.  Fotos werden bei Parship bis zur Freigabe durch die Mitglieder grundsätzlich verschwommen angezeigt, bei LoveScout24 sind sie grundsätzlich direkt einsehbar. Finya, die Banane, kostet zwar nichts, aber dafür konkurrieren hier 100 Männer um 1 Frau, und wer Erfolg haben will, muss hart malochen...


Es hinkt in jeder Hinsicht

Wie bitte will man denn so unterschiedliche Angebote seriös vergleichen?  Und wie kommt der Kandidat eDarling beim Testpunkt "Größe" zur Note 2,67 ??? Partner.de und eDarling fokussieren sich seit Jahren auf die internationalen Märkte, hier findet sich nur noch ein Bruchteil der Mitgliedermenge, die ein Parship oder ein ElitePartner zu bieten hat...


Dann fährt der Testbild-Test mit einem wahrlich waghalsigen Statement auf:
(...) geht es zur Kasse, mit Ausnahme von Finya sind alle getesteten Portale kostenpflichtig. Und das geht mitunter ganz schön ins Geld – je nach Anbieter vor allem dann, wenn der Kunde zu den Besserverdienenden gehört. Die Kosten für die Mitgliedschaft bei ElitePartner und Parship richten sich nämlich nach der Höhe des Einkommens, das der Bewerber in seinem Profil angibt. Hier können einsame Herzen natürlich schummeln, aber dann kriegen sie auch nur Vorschläge aus ähnlich niedrigen Gehaltsstufen.

Für alle Premium-Mitglieder gilt ein einheitlicher Standard-Mitgliedsbeitrag. Wie bei jedem Fitness-Studio auch wird es jedoch günstiger, wenn man den Betrag in einem einzigen Happen bezahlt. Und wiederum wie im Fitnessstudio: Wer Glück hat, der erwischt auch mal ein Valentinstags-Angebot, ein Frühlings-Special oder eine andere attraktive Sonderaktion bei Parship & Co.

Natürlich wird einer Großverdienerin mit 500.000 EUR per anno kein Angestellter mit einem Jahresgehalt von 50.000 EUR als Partner vorgeschlagen, denn das würde höchstwahrscheinlich beide von ihnen frustrieren.

Das durchaus komplexe Matchingverfahren mag sich zum Schluss in einer schnöden singulären Übereinstimmungsziffer niederschlagen, aber man sollte nicht vergessen, dass hier ein Algorithmus eine komplexe Datenmenge verarbeitet - mit dem Ziel, eine Vielzahl an möglichen Partnern sinnvoll vorzufiltern.


100 Kriterien für ein valides Testurteil

Ein seriöser Testbericht zu Parship, ElitePartner & Co. lässt bis zu 100 Kriterien - angefangen mit der Mitgliederzahl und -struktur, Geschlechterverhältnis, Vermittlungs-Algorithmus, Bedienung, Funktionen, Services, Datensicherheit, Anonymitätsschutz, Fakeschutz, Mobile-Version, Extras, Garantien, Gewährleistungen, Preis-Leistung und und und .... einfließen.

Computerbild hat den TESTBILD-Test auf eine Handvoll Kriterien heruntergebrochen - und für die repräsentative Untersuchung Julia (24) und Wilfried (58) mal überall zum Probieren reingeschickt ....

Vielleicht doch besser ein aktueller Test zu den besten Festplatten?

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Dienstag, Oktober 25, 2016

Online Dating in China

Online Dating News, Köln – Online-Dating in China boomt. Der Markt wird von fünf großen Dating-Anbietern dominiert. 
Dating-Apps sind aktuell ein absoluter Renner, da immer mehr Chinesen via Smartphone auf Partnersuche gehen.

Die Branchen-Umsätze steigen seit 2013 rasant und Investoren buttern Millionen US-Dollar in Dating-Apps wie Tan Tan oder Quingchifan.

Beeindruckende Umsatzzahlen


Der chinesische Online-Dating Markt im Jahr 2013 erreichte nach Aussage von Analysis International Gesamtumsatz von 260 Millionen US-Dollar. Die amerikanische Börse rechnet für dieses Segment sogar mit Umsatz von 1,6 Milliarden US-Dollar für das Jahr 2016. 

Ursache des steigenden Umsatzes


Dem steigenden Umsatz in der chinesischen Online-Dating Branche scheinen auf längere Sicht keine Grenzen gesetzt, denn für eine Heirat attraktive chinesische Männer sind rar und Chinesinnen anspruchsvoll bei der Wahl ihres Ehemannes. Aktuell könnte zudem nur jeder vierte Chinese eine Landsfrau heiraten, was auf die Einführung der 1-Kind-Politik von 1979/1980 zurückzuführen ist.

Hochzeit nach wie vor gesellschaftsrelevant


Der gesellschaftliche Druck heiraten zu müssen und einen Stammesnachfolger zur Welt zu bringen treibt außerdem abstruse Blüten innerhalb der chinesischen Gesellschaft. Das beginnt bei dem Raub, Verkauf und Kauf von Frauen aus chinesischen Provinzen, geht über die Anmietung eines Freundes auf Zeit und endet bei einer 20-jährigen Verschuldung für eine Hochzeitsfeier.

Dating-Apps und -Seiten via Smartphone boomen


China beherbergt den größten Smartphone-Markt weltweit, Dating-Apps sind hier deutlich auf dem Vormarsch. Am häufigsten greifen Chinesen zunehmend zu ihrem Smartphone statt ihren PC, um im Internet eine neue Partnerschaft zu finden. Die Userzahlen der Dating-Apps stiegen Im 1. Quartal 2016 kletterten die Userzahlen der Dating-Apps  konsequent in die Höhe.

Den kompletten Artikel zum Online Dating in China mit allen Zahlen und Anbieter gibt's auf Singleboersen-Vergleich.de.

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Freitag, September 30, 2016

Verfahren gegen LOVOO eingestellt

Online Dating News, Köln – Anfang Juni 2016 ging die Verhaftung zweier Geschäftsführer von LOVOO durch die Presse. Nun wurden die Betrugsermittlungen gegen eine Zahlung von 1,2 Millionen Euro eingestellt.

Insgesamt 12 Mitarbeitern des Dating-App-Anbieters wurde vorgeworfen, dass sie vor allem männlichen Nutzern mit falschen weiblichen Profilen zum Geld ausgeben animiert haben. Mit dieser Vorgehensweise soll LOVOO innerhalb eines Jahres knapp 1,2 Millionen Euro von Mitgliedern erschlichen haben. Nach anonymen Hinweisen wurden dann im Sommer 2016 Razzien durchgeführt und die Geschäftsführer verhaftet.


Ermittlungsverfahren eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Dresden begründet die Einstellung des Verfahrens mit mehreren Argumenten. Zum einen ist der individuelle Schaden des einzelnen Nutzers recht gering (je nach Fall ist von einem Betrag zwischen 20 Cent und 20 Euro auszugehen), zum anderen seien die Beklagten bislang nie straffällig geworden und zeigten sich von Beginn der Ermittlungen an kooperativ.

Forderungshöhe gegen LOVOO

Den Beschuldigten stehen nun Forderungen zwischen 5.000 und 390.000 Euro ins Haus. Circa 900.000 Euro gehen an gemeinnützige Einrichtungen in Sachsen, 300.000 Euro landen in der Staatskasse.

Warum zahlt der Flirt-App-Anbieter?

Das Unternehmen ließ verlauten, die Beklagten haben diesen hohen Zahlungsaufforderungen zugestimmt, damit das Ermittlungsverfahren LOVOO nicht weiter belastet. Des Weiteren setzt LOVOO alles daran in den kommenden Monaten das Vertrauen sowohl seiner Kunden als auch Partner wieder zu stärken. Dafür werden unter anderem momentan Optionen zur Verifizierung von Profilen und weitere Optimierungen der Dating-App entwickelt.

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Montag, September 19, 2016

Freenet verkauft Single.de

Online Dating News, Köln ----Passend zum Beginn des Herbstes gibt es auch eine neue Trennung in der Online-Dating-Welt: Ein Urgestein des deutschsprachigen Datings verabschiedet sich von seiner Partnersuche.


Wie in Branchenkreisen bereits bekannt, trennte sich Freenet von seinem Dating-Service Single.de. Gegründet 1999, war das freenet-Portal eines der ersten, die 2001 eine Single-Community in sein Angebot integrierte. 2011 wurde aus freenetSingles, dann Single.de.

Single.de umfasst über 2 Millionen Profile aus Deutschland, laut eigenen Aussagen kommen bis zu 3.000 neue Mitglieder täglich hinzu.

Brancheninsidern zufolge wurde Single.de nun im September an Coach Media GmbH bzw. free communication GmbH verkauft. Der Kaufpreis wurde momentan noch nicht veröffentlicht.

Ob und inwiefern der Plattform Single.de nun inhaltliche Änderungen bevorstehen, ist nicht bekannt.

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Montag, September 05, 2016

Übernahme: Alle 11 Wochen verliebt sich ProSiebenSat1 in ein neues Unternehmen

Online Dating News, Köln ---- Der Medienkonzern ProSiebenSat1 packt sich erneut das Beutelchen mit dem Zukauf eines bekannten Digitalunternehmens voll. 

Heute im Angebot „Partnersuche im Internet“ für geschmeidige 200 Millionen Euro. Und als Zückerchen gibt's ElitePartner obendrauf.



Nach der Übernahme von Verivox und Etraveli, einem Online-Reisebüros, kommt nun das Feld der Online-Partnervermittlungen dazu. So holt sich ProSiebenSat1 für 100 Millionen Euro die Mehrheit von 50% plus eine Aktie an der PARSHIP ELITE Gruppe ins Portfolio.

Das Dax-Unternehmen investierte weitere 100 Millionen Euro, um die Schulden der Hamburger Gruppe zu tilgen.

Erst im April 2015 erkaufte sich Oakley, ein britischer Finanzinvestor, die Mehrheitsherrschaft über Parship vom Holtzbrinck-Verlag. Und holte sich zudem vom Burda-Konzern einen Mitbewerber von Parship, nämlich ElitePartner, ins Boot.

Geschickt von Oakley eingefädelt?

In diesem Jahr rechnet die Parship-Gruppe mit einem Umsatz von 116 Millionen €, einem operativen Gewinn von 25 Millionen sowie einem Überschuss von 18 Millionen.

Oakley verbleibt übrigens als so genannter Minderheits-Anteilseigner bei der Parship-Gruppe.

Christina Wegner, Digitalchef von ProSiebenSat1 setzt auf ein jährliches Wachstum von rund 10 Prozent. Er möchte die Rendite der Online-Partnervermittlung von 21 auf 30 Prozent steigern.

Auch dieses Jahr ist also im Online Dating-Segment nicht wirklich mit kuscheligen Herbstabenden zu rechnen, sondern mit so manchem Sturm. Ob dieser Handel zustande kommt, muss jedoch das Kartellamt entscheiden.


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Kurioses Urteil: Erlöschen des Widerrufsrechts bei Online-Dating-Portalen

Online Dating News, Köln Das Landesgericht Berlin hat unlängst ein recht ungewöhnliches Urteil bezüglich des Widerrufsrechts der Verbraucher, die Online Dating Plattformen für die Partnersuche im Internet nutzen. 

Getragen wurde die Untersuchung von der Frage, ob man bei einem solchen Portal für die Bereitstellung und Pflege einer entsprechenden Infrastruktur bezahlt oder für die dort verfügbaren Single-Profile bzw. digitale Inhalte.

Wir kennen alle das Widerrufsrecht, das regelt wie und ob man als Verbraucher bei einem Kauf im Netz von diesem innerhalb einer gewissen Frist zurücktreten kann. Ausgeschlossen sind bei diesem Widerrufsrecht laut Bürgerliches Gesetzbuch individuell gefertigte Produkte sowie Hygieneartikel.


Doch was hat dieses Widerrufsrecht mit Online Dating zu tun?

Bislang galt dieses Recht auf Widerruf auch auf Dating-Portalen, sprich Nutzer konnten innerhalb einer gewissen Frist von geschlossenen Verträgen zurücktreten.

Im behandelten Fall erklärten die Richter des Landgerichts Berlin jedoch, dass die Inhalte der Dating-Plattform (also Inhalte, die der Nutzer hochgeladenen hat, wie Fotos, Nachrichten und Profile) im Sinne des Gesetzes als so genannte digitale Inhalte gelten.


„Digitale Inhalte“ hat nix mit Liebe zu tun

Anbietern von digitalen Inhalten hat der Gesetzgeber eine Lücke im Widerrufsrecht offengelassen (§ 356 Abs.5 BGB). So erlischt das Widerrufsrecht für die Nutzer, sofern folgende Punkte zutreffen:
  • Der Nutzer muss ausdrücklich seine Einwilligung geben, damit der Anbieter mit der Erfüllung des Vertrages vor Ablauf der entsprechenden Frist für einen Widerruf beginnt.
  • Der Nutzer bestätigt sein Wissen um diese Folgen, nämlich das er durch sein Ok beim Vertragsabschluss sein Widerrufsrecht vollständig verliert.
Das Gericht befand in dem behandelten Fall die nutzergenerierten Inhalte als eben diese digitalen Inhalte, die ein Widerrufsrecht ausschließen. Hart ausgedrückt: Gemäß gesetzlicher Vorgaben können Online-Dating-Anbieter nun das Widerrufsrecht aushebeln und so den Nutzer zu – ziehen wir den negativen Fall in Betracht – einer recht langfristigen Bindung an den Anbieter zwingen kann.


Sinn und Unsinn dieser Entscheidung

Als digitale Inhalte gelten Daten, "die in digitaler Form hergestellt und bereitgestellt werden, wie etwa Computerprogramme, Anwendungen (Apps), Spiele, Musik, Videos oder Texte, unabhängig davon, ob auf sie durch Herunterladen oder Herunterladen in Echtzeit (Streaming), von einem körperlichen Datenträger oder in sonstiger Weise zugegriffen wird.".

Ein gutes Beispiel für einen Anbieter von so genannten digitalen Inhalten ist Netflix. Wenn z.B. jemand bei Netflix ein Abo abschließt und sich in 13 Tagen 5.000 Spielfilme runterlädt und dann widerruft, dann gibt es einen Sonderparagraphen, damit Netflix sich vor betrügerischen Absichten schützen kann. Allerdings schreibt Netflix über dem "Jetzt kostenpflichtig bestellen"-Button klar und deutlich: "Widerruf gilt nicht".

Die Zuordnung der Leistungen eines Dating-Anbieters in die Kategorie „digitale Inhalte“ ist jedoch mehr als fragwürdig. Denn im Vergleich zu bspw. Netflix kann man die Inhalte auf einem Flirtportal nicht in gleicher Weise downloaden wie Serien o.ä. bei Netflix. Eine Inhaltsspeicherung wird – wenn überhaupt – nur im kurzlebigen Cache des Dating-Portal-Nutzers durchgeführt.

Der Fokus der Portale besteht in dem Bereitstellen einer Infrastruktur, die es ermöglicht, dass die Nutzer miteinander Kontakt aufnehmen können. So füllen auch die Nutzer eines solchen Portals das Ganze mit Inhalten und nicht der Betreiber an sich. Im Grundverständnis wird somit eine Dienstleistung erbracht und keine Lieferung digitaler Inhalte.

Ein solcher Dienstleistungscharakter ist deutlich erkennbar, wenn man folgendes Szenario durchspielt: Was kann ein Dating-Anbieter noch an digitalen Inhalten vorweisen, wenn alle Nutzer der Dating-Plattform zeitgleich ihre Accounts und Profile löschen? Also das Portal – bis zu Anmeldung neuer Nutzer – komplett inhaltslos ist. Er könnte somit nicht mehr entsprechende digitale Inhalte liefern. Dies könnte eine berechtigte Zahlungsverweigerung des Nutzers zur Folge haben.


Fazit zum Urteil

Der Gesetzgeber möchte ansich mit dem Paragraphen zu „Digitale Inhalte“ Unternehmen einen Schutz hinsichtlich betrügerischer Verbraucher geben, die das Widerrufsrecht bei einmaliger Lieferung von diesen digitalen Inhalten ausnutzen. Doch eigentlich brauchen Online Dating-Anbieter diese Art Schutz nicht, da es bereits durch § 357 Abs. 8 BGB hinreichend geregelt ist. Dieser Paragraph beinhaltet eine Wertersatzpflicht des Portal-Nutzers vor, wenn der Anbieter bereits vor Ablauf der regulären Widerrufsfrist die Suche nach einem Partner auf der Plattform ermöglicht und eine entsprechend ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung erfolgt ist.

Bleibt abzuwarten, wie andere Gerichte die Thematik „Dating-Plattformen bieten digitale Inhalte“ behandeln werden.

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