Dienstag, Juli 18, 2017

Ashley Madison: 11,2 Mio. US-Dollar für Hacker-Opfer

Online Dating News, Köln - Ashley Madison geriet 2015 in die Schlagzeilen, als durch einen Hackerangriff die Daten von 36 Millionen Seitensprung-Nutzern aus 46 Ländern geklaut und online veröffentlicht worden waren.


Jetzt soll es eine finanzielle Entschädigung für die Opfer geben. Die Sammelklage, welche in den USA gegen Ashley Madison bzw. den kanadischen Betreiber Ruby Corp. (ehemals Avid Life Media Inc.) läuft, soll nun mit 11,2 Millionen US-Dollar (circa 9,8 Millionen Euro) Schadensersatz beigelegt werden.
Kläger aus Kanada und Los Angeles werfen dem Betreiber von Ashley Madison vor, fahrlässig mit sensiblen Daten umgegangen zu sein.
Ruby Corp. gestand den Vorwurf, die Daten seiner User zu gering abgesichert zu haben, nicht ein. Obwohl Ashley Madison stets als diskreter Treffpunkt für Seitensprungwillige beworben wurde.

Pro Ashley-Madison-Geschädigtem bis zu 3.500 $

Jeder Geschädigte, der bei Ashley Madison schon vor dem 20. Juli 2015 aktiv war, könnte nun eine Entschädigung von bis zu 3.500 US-Dollar erhalten. In den amerikanischen Medien wird über diese Summe bereits diskutiert. So fragt das Online-Magazin Jezebel:
Wieviel Prozent seiner Würde kann man sich mit 3.500 Dollar zurückkaufen?
Von den Ashley-Madison-Nutzern waren empfindliche Daten wie deren E-Mail-Adresse, sexuelle Vorlieben, der Beziehungsstatus und das Geburtsdatum im Internet gelandet.

Die Höhe der Entschädigung für die jeweiligen Opfer wird vom zuständigen Gericht nun daran gemessen, wie gut das jeweilige Opfer beweisen kann, wie stark der Ashley-Madison-Hack es geschädigt hat.

Die Einigung auf die Schadensersatzzahlung ist aktuell noch nicht rechtskräftig. Der zuständige Richter muss dieser erst noch zustimmen.

Ashley Madison zahlte bereits 2016 einen Millionenbetrag

Ende 2016 hatte der Ashley-Madison-Betreiber bereits 1,6 Millionen Dollar bezahlt, weil die Aufsichtsbehörde Federal Trade Commission, welche für den Wettbewerbs- und Verbraucherschutz in den USA zuständig ist, diesen wegen zu laxer Datenschutzsicherheit verklagt hatte.

Diese Summe und die 11,2 Millionen US-Dollar werden dem Ashley-Madison-Betreiber jedoch kaum etwas ausmachen, betragen sie insgesamt doch nur etwas mehr als ein Viertel des Unternehmensgewinns.

Hinzu kommt die Tatsache, dass Ashley Madison trotz des Hacks seit 2015 etliche Millionen an neuen Nutzern gewonnen hat.
Bei Ashley Madison haben sich seit 2002 insgesamt über 53.950.000 Mitglieder registriert.
Ruby Corp. betreibt neben der Seitensprung-Agentur Ashley Madison auch die Seiten CougarLife (für reife Frauen auf der Suche nach Toyboys) und Established Men („Established Men verbindet ehrgeizige und attraktive junge Frauen mit erfolgreichen, großzügigen Männern“).