Donnerstag, Februar 12, 2015

Verbraucherzentrale Hamburg: Abmahnung für kostengünstige Probe-Mitgliedschaften

Online Dating News, Köln ---- Die Verbraucherzentrale Hamburg ließ unlängst die Dating-Portale KissNoFrog, eDates und Flirt-Fever abmahnen. Grund: Für Nutzer ist es nicht klar und deutlich dargestellt, wie und vor allem unter welchen Voraussetzungen ein so genanntes Schnupper-Abo sich in eine reguläre Mitgliedschaft wandelt. 


Bei den drei genannten Singlebörsen verlängert sich das Test-Abo automatisch, wenn der Nutzer nicht rechtzeitig kündigt oder gegebenenfalls einen Widerruf des Vertragsabschluss bei dem Unternehmen einreicht. Der Nutzer „rutscht“ somit sehr schnell durch die automatische Verlängerung in einen langfristigen und somit teuren Mitgliedsvertrag.

So erwarten Nutzer laut der Hamburger Verbraucherzentrale bei Flirt-Fever nach dem 1,99€ teurem 14-tägigem Test-Abo eine Mitgliedschaft über 10 Wochen zu einem Preis von 120€. Während KissNoFrog mit einer Mitgliedschaft über 6 Monate mit 129€ zu Buche schlägt (14-Tage-Schnupperabo für 2,99€).

Bei eDates wird es richtig teuer, wenn Nutzer nicht rechtzeitig kündigen: Aus dem 15-tägigen Anbot zu 2,90€ werden dann 9 Monate zum Preis von 684€.

Vorgehen nicht gesetzeskonform

Alle drei Firmen erhielten die Aufforderung entsprechende Unterlassungserklärungen abzugeben. Begründet wird die Aufforderung der Verbraucherzentrale Hamburg durch die Paragraphen § 312j Abs. 2 BGB und § 246a Abs. 1 Abschn. 11 und 12 BGB. Diese besagen, dass Unternehmen, die im Internet tätig sind, verpflichtet sind, Nutzern vor Vertragsabschluss über entsprechende Konsequenzen zu informieren. So sind Online-Dating-Portale dazu verpflichtet, vor Abschluss über die Laufzeit der Mitgliedschaft sowie die Kündigungsbedingungen eindeutig aufzuklären.

Informationen wo platzieren?

Diese Informationen müssen laut Verbraucherzentrale Hamburg in unmittelbarer Nähe des Bestell-Buttons zu finden sein. Vor allem das Fehlen der Information über die automatische Verlängerung prangern die Verbraucherschützer an.

Bleibt abzuwarten wann und wie die entsprechenden Dating-Portale reagieren.

Quelle: www.vzhh.de