Montag, Januar 12, 2015

STERN schwelgt in astronomischen Zahlen

Online-Dating Zahlen vom STERN...
... zerplatzen so schnell wie eine Kaugummiblase.
Online Dating News, Köln ---- Atemberaubende 3,2 Milliarden Euro sollen sie laut STERN.de angeblich einsacken, die Online-Dating-Portale. Was für ein Träumchen! Wenn sich die Singlebörsenmacher diese Wahnsinnssumme nur vorstellen, bekommen sie schon glänzende Augen und seufzen: "Ach, wie schön das wär…"


Na, da hat sich das seriöse deutsche Nachrichtenmagazin wohl mal wieder einen Wolf recherchiert.  Im Beitrag "So verändern Smartphone-Apps unser Liebesleben" vom 10. Januar 2015 (stern-Printausgabe Nr. 2 am 2. Januar 2015) kommt STERN-Autorin Helen Bömelberg auf geradezu schwindelerregende Ausgaben, die deutsche Singles angeblich in Singlebörsen hineinblasen. Um ihr Bedürfnis nach "Beziehung und Bestätigung" über "Online-Dating-Portale" zu stillen, geben die Deutschen angeblich Milliardenbeträge "für diese Dienste" aus.

Schön wärs und den Portalbetreibern eine wahre Wonne. Aber leider leider machen die Singlebörsenbeiträge nur den allerkleinsten Teil dieses Goldregens aus: Neben 506 Millionen Euro für den Klammottenkauf vor dem ersten Date und 2 Milliarden Euro, die jährlich in die Restaurant-, Bar- und Kinokassen fließen, wo die Singles sich kennenlernen (Infoquelle ist eine Studie  von Neu.de vom 17.2.2014).

Online-Dating-Umsatz x 17 = 3,2 Mrd. €

Der Jahresumsatz beim Online-Dating
ist seit 2011 erstmals rückläufig und
seitdem um 17 Millionen Euro gesunken.
(Quelle: singleboersen-vergleich.de)
Der im STERN kühn errechnete Betrag der Investitionen in die Online-Partnersuche liegt mit 3,2 Milliarden Euro übrigens mal locker 17-fach so hoch wie der tatsächliche Umsatz der gesamten deutschen Online-Dating-Branche. Der bewegt sich nach der aktuellen Marktanalyse von Singleboersen-Vergleich bei 185,8 Millionen im Jahr 2013/2014.

Und das wiederum ist gerade mal ein knappes Drittel dessen, was laut BDSI die Kaugummi-Industrie in Deutschland alljährlich umsetzt…

Wenn's die deutsche Dating-Branche aber nur auf einen Bruchteil der Summe bringt, wer jongliert denn dann hierzulande oder sonstwo mit glamourösen 3,2 Milliarden? Mmmmh … also vielleicht:

Dating-Branche versus Berliner Flughafen

"Vertrauliche Papiere beziffern mögliche Extrakosten des Berliner Flughafens laut 'Bild am Sonntag' auf 3,2 Milliarden Euro", weiß etwa der SPIEGEL (11/2014). Und der Bundeshaushalt kann ebenfalls mitmischen, wenn auch weniger glamourös, wie das statistische Bundesamt verrät: Es "stieg der Schuldenstand der Extrahaushalte des Bundes um 3,2 Milliarden Euro an".


Besiegen Dating: Kopfhörer + Kaffeekapseln

Wie düster, gibt es nicht auch etwas erfreulichere 3,2 Milliarden? OK, dann eben Apple: Apple machte im letzten Jahr angeblich 3,2 Milliarden aus der Portokasse locker, um die Kopfhörermarke von Hip Hopper Dr. Dre zu kaufen. Und Nespresso machte 2010 mit seinen umweltfreundlichen Kaffeekapseln einen Umsatz von 3,2 Milliarden ... allerdings waren das Schweizer Franken…