Samstag, November 15, 2014

Neu.de und FriendScout24: Aus alten Konkurrenten werden zukünftige Partner

Vermählung: Friendscout24 und Neu.de
Online Dating News, Köln ---- Online Dating boomt weiter vor sich hin, aber für die Anbieter wird der Markt immer enger. Bei einigen Singlebörsen heißt die Lösung deshalb: Fusion. So tun sich nun auch zwei prominente Portale zusammen: Friendscout24 und NEU.de. 

Der heiß umkämpfte Markt wird kleiner, je mehr die Internationalisierung der Branche zunimmt. So ist es nicht verwunderlich, dass sich einige Anbieter nun zusammenschließen. Ein neues Pärchen am Dating-Himmel bilden ab Mitte nächsten Jahres Neu.de und FriendScout24. Im Sommer vereinen beide deutschsprachigen Anbieter ihre Datenbanken, d.h. sucht man bei Neu.de einen Partner, erhält man auch Profilergebnisse aus dem FriendScout24-Lager.

Es hat gefunkt!

Doch wie kommt es zu dieser Fusion: Seit Juli 2014 hat FriendScout24, die mit einer Million aktiver Nutzer Deutschlands größte Singlebörse stellen, mit Meetic eine neue Konzernmutter. Meetic ist momentan DER Dating-Mogul in Europa und hat neben Neu.de auch die just bekannteste Mobile-Dating-App Tinder im Portfolio. Dass diese Verbindung zustande kommt, ist wohl der aktuellen Übersättigung des Marktes geschuldet.
 
Es gibt nur noch geringe Wachstumsmöglichkeiten, so dass Fusionieren bzw. Portale aufkaufen eine logische Herangehensweise sind. Meetic-Chef Alexandre Lubot äußerte sich in einem exklusiven Interview mit dem Handelsblatt dazu wie folgt: „Wir waren mit unseren Dating-Portalen bislang in allen Märkten führend – außer in Deutschland“. Durch die Partnerschaft mit FriendScout24 kann Meetic nun auch in Deutschland die Position als Marktführer einnehmen.

Nach dem Beschnuppern kommt das Zusammenziehen

Natürlich hat eine solche Verbindung auch personelle Veränderungen: So zogen die 20 Neu.de-Mitarbeiter in die FriendScout24-Zentrale in München, in der sich nun 80 Singlebörsen-Kollegen tummeln. Kündigungen wird es im Rahmen der Fusion nicht geben, laut Angaben von FriendScout24.


Ändert sich etwas für die Kunden?

Eigentlich ändert sich nichts für Kunden der beiden Dating-Portale, sie erhalten nun noch mehr Auswahl bei der Partnersuche. Die eigenständigen Marken bleiben erhalten.

Friendscout24-Geschäftsführerin Martina Bruder zur Frage des Datenschutzes: „Wir werden unsere Kunden natürlich rechtzeitig informieren und die Veränderungen kommunizieren. Der Datenschutz verpflichtet uns, die Zustimmung unserer Kunden ausdrücklich einzuholen – und das werden wir selbstverständlich auch tun“.


Wird es nun eine vermehrte Pärchen-Bildung im Dating-Markt geben? 

Es muss etwas passieren im Markt, zumindest ist dieser Schluss logisch, betrachtet man die Zahlen: So leben in Deutschland 13,4 Millionen Singles (laut Statistisches Bundesamt) und Online Dating-Börsen verzeichnen im deutschsprachigen Raum mittlerweile 98,3 Millionen Nutzerprofile. Zieht man nun doppelte bzw. mehrfache Mitgliedschaften einer Person, Fake-Accounts oder inaktive Nutzer ab, erscheint der Online Dating-Markt eng gedrängt. Und lässt kaum noch Wachstum zu.

Es gibt im deutschsprachigen Raum circa 2.500 Anbieter von Partnervermittlungen, Kontaktbörsen, Chats und Sextreffs. Hiervon bestritten vor allem im Segment Partnervermittlungen Parship (Holtzbrinck-Ventures), FriendScout24, eDarling (Samwer-Start-up) und ElitePartner den Großteil des Marktes. Meetic-Geschäftsführer Alexandre Lubot formulierte scharf: „Der Markt bedarf einer Konsolidierung.“

Der Umsatzrückgang der Branche (2013: 186 Millionen Euro / 2012: 187,5 Millionen Euro) sei ebenso dieser Übersättigung geschuldet wie die Verbraucherschützer, die zum Teil vehement Kritik an dem Geschäft mit dem Online Dating übten und vor allem Abonnements hinterfragten.

Das kommende Jahr wird spannend in der Online Dating-Branche!

Quelle: handelsblatt.com