Freitag, März 14, 2014

Recap Single-Symposium2014: bindungsscheu und ohne Sex?

Fachsimpeln über das unerkannte Singlewesen
Online Dating News, Köln -- 14.03.2014 -- Wer sind diese 11 Millionen? Das 1. Single-Symposium stellte ein (fast) unbekanntes Wesen vor ... Am 25. Februar 2014 fand das 1. Single-Symposium in Berlin statt. Fünf Referenten sprachen zu verschiedenen Aspekten des offensichtlich relevanten Themas, rund 40 Journalisten und Blogger waren der Einladung gefolgt. Der Abend machte deutlich: Das Thema ist facettenreich und spannend. 

So war dieser erste Termin also nur die Auftaktveranstaltung zu einer Reihe von Symposien. Bereits im November ist ein weiteres geplant, das dann nicht nur für ein fachpublikum, sondern für alle interessierten Gäste offen ist.

Aufhänger zum 1. Single-Syposium war eine Studie des Zukunftsinstituts. 2030, so die Prognose, werden 45% der Deutschen Single sein. Wie wird die Zukunft aussehen? Werden wir 2060 dann eine reine Singlegesellschaft haben? Erst einmal wurden einige Unklarheiten und Mythen geklärt.


Zum Beispiel sind verschiedene Zahlen im Umlauf, was die Zahl der Singles angeht: Das Statistische Bundesamt erhebt lediglich die Anzahl der Ein-Personen-Haushalte. Dies können Menschen in Beziehung sein, die getrennt leben, Single-Mütter mit Kindern fallen durch, ebenso wie zwei Singles, die in einer WG leben. Singles sind nicht nur junge, konsumfreudige Hipster zwischen 20 und 40, es sind auch Witwer, Witwen oder alleinerziehende Menschen. Die Industrie, darunter Symposium-Veranstalter adamare SingleReisen, geht von 11 bis 12 Millionen aus.

Wieland Stolzenburg, Paartherapeut und Single-Coach aus München, sprach über mögliche psychologische Gründe, die es uns heutzutage schwer machen, uns zu binden. Außerdem erfuhren die Zuhörer etwas über die schlimmsten Fallen beim Dating. Sein Tipp: Die zarte Pflanze der neuen Bekanntschaft nicht ersticken durch übermäßiges Engagement. Es gilt auch hier: Willst du was gelten, macht dich selten.

Anja Drews, Sexualwissenschaftlerin bei der Beate Uhse AG, referierte über Singles und Sexualität. Sie räumte mit dem Vorurteil auf, dass Singles besonders viel Sex hätten. Nur fünf Prozent Geschlechtsverkehr findet außerhalb von Beziehungen statt. Menschen sehnen sich nach Sex mit Liebe und so verzichtet mancher ohne eine Liebesbeziehung eben auch eher auf Sex.

Wie Singles kommunizieren...
Pamela Moucha, Online-Dating-Expertin von Singlebörsen-Vergleich.de sprach dann über Dating-Kommunikation. So ist der Umgang von Singles auf Flirt- und Partnersucheportalen im Internet lockerer und direkter, aber auch schonungsloser. Wer nicht ins Erwartungsschema passt, wird einfach "weggeklickt".

Stefan Zierke, MdB (SPD), schließlich sah die Politik vor  allem in der Pflicht, Familien zu fördern und Anreize zu liefern, möglichst kein Single zu bleiben. Gründe, eine Beziehung einzugehen, gibt es genug, allen voran: Statistisch gesehen sterben Singles früher. Subventionen für Singlebörsen sind allerdings noch nicht geplant. Auch wenn es zeitweise den Anschein hatte: Singles sind nicht per se bedürftig, bei den genannten Auffälligkeiten und Statistiken handelt es sich lediglich um Tendenzen.

Steffen Butzko, Geschäftsführer von adamare SingleReisen, erzählte vom Reiseverhalten von Singles und wie Singles im Marketing angesprochen werden sollten. Zielgruppengerechte Ansprache und der richtige Umgang mit ihr ist gerade bei Singles sehr wichtig für den nachhaltigen Unternehmenserfolg. So möchten Singles nicht unbedingt als solche geoutet werden. Bei einer Teilnahme an einer adamare-Reise erzählen sie Freunden zum Beispiel nicht, dass sie an einer Singlereise teilnehmen, sondern an einer Gruppenreise. Für viele ist es immer noch ein Makel, hier will adamare auch eine Lanze brechen für alle Singles und ihren Beziehungsstatus als eine mögliche Lebensform unter vielen verstanden wissen.

Spannendes Sujet: Der Single
Im Anschluss an die einzelnen Referate wurden die Thesen in gemeinsamer Runde und mit dem Plenum diskutiert. Nach dem offiziellen Teil wurden noch viele Interviews geführt und das Gehörte bei einem kleinen Imbiss im Restaurant des Hotels vertieft.

1 Kommentar:

Lothar meinte...

Manche Stellungnahmen finde ich ein ganz lustig. Kein Single wird ganz schnell eine Beziehung eingehen, nur um gesünder oder länger zu leben. Dass jemand, der an einer Singlereise teilnimmt, dies durch "Gruppenreise" tarnen muss, finde ich auch etwas merkwürdig. Das spricht nicht gerade für viel Selbstbewusstsein. Eine Singlereise ist doch kein Bordell-Besuch.