Donnerstag, Juni 06, 2013

US-Studie zu glücklicheren Internet-Ehen durch amerikanische Online-Partnerbörse eHarmony beauftragt

Online Dating News, Köln -- 06.06.2013 -- Ein hübsches Lehrstück über die Unabhängigkeit der Wissenschaft und die selektive Wahrnehmung der Presse: Seit Tagen jagt in den respektabelsten Medien des Landes eine Schlagzeile die nächste und verkündet, dass über Online-Dating gestiftete Ehen nicht nur glücklicher, sondern auch haltbarer seien als die konventionellen via Arbeitsplatz, Freundeskreis, Disko oder die Bäckerei gegründeten Bünde fürs Leben.

Herausgefunden haben das Wissenschaftler einer groß angelegten US-Studie mit fast 20.000 Teilnehmern, die zu ihrem Eheschließungs-Verhalten zwischen 2005 und 2012 befragt worden sind. Bei der Berichterstattung dieser bahnbrechenden Erkenntnis über den Siegeszug der Internet-Ehe wurde lediglich übersehen, dass Auftraggeber der Untersuchung niemand anderes ist als eHarmony.com, eine der größten amerikanischen Online-Partneragenturen.

Einer der beteiligten "unabhängigen" Wissenschaftler - der leitende Forscher der Studie - betätigt sich auch als wissenschaftlicher Berater bei eHarmony. Ein weiterer unter den Studien-Autoren war in der Vergangenheit Leiter der "eHarmony Laboratories". Und dann bemerke man noch, dass die Untersuchung ihre Auftraggeberin im Rahmen der wissenschaftlichen Erhebung ganz beiläufig zur besten Datingseite kürt.


Spätestens jetzt dürfte das Fazit der Untersuchung, dass online gestiftete Ehen die glücklicheren und stabileren seien, doch auch beim letzten überzeugten Web-Dater in einem leicht anderen Licht erscheinen. Nein? Dann sollte man sich vielleicht im letzten Schritt noch einmal die puren Zahlen der Studie etwas genauer ansehen. Demzufolge liegt der Unterschied in der Erfolgquote modern (online) und antiquiert (offlline) angebahnter Hochzeiten bei sage und schreibe 0,16 Punkten! Gemessen an der Scheidungsrate sind das überschaubare 1,6 Prozent Wettbewerbsvorteil der Internet-Ehe.


19.131 Teilnehmer der Untersuchung - das ist eine imposante Zahl, es sei denn, die "repräsentative Befragung" hat ihre Teilnehmer aus der eHarmony Mitgliederdatei rekrutiert…