Dienstag, Oktober 12, 2010

Endlich: Die Testergebnisse der ÖKOTEST sind da...

Wie wir vor einigen Monaten berichtet hatten, haben sich auch die Ökotester an das Thema "Online-Partnersuche" herangetraut. Im Oktober-Heft kann man nun die Ergebnisse nachlesen.

Vorweg: Die ökologische Komponente der Singlebörsen wurde wider Erwarten nicht untersucht - obwohl es reichlich Ansatzpunkte gegeben hätte (Stromverbrauch pro Chat, Minuspunkte für überregionale Kontaktvorschläge wegen möglichem Spritverbrauch, ...) - stattdessen konzentrierte man sich auf Kundenfreundlichkeit und juristische Aspekte.

Dadurch ergibt sich ein etwas merkwürdiges Bild: Im Text werden Singlebörsen als eine prima Sache dargestellt, die viele Singles glücklich macht, in der Ergebnistafel kommen fünf Anbieter auf die Schulnote "4" und vier Anbieter auf die Schulnote "5".

In der Tat sehen auch wir bei Punkten wie Preistransparenz, Kündigungsfristen, Datenverschlüsselung oder AGBs noch großen Nachholbedarf, aber sollten diese Testkriterien nahezu ausschließlich das Testergebnis prägen? Zählen Kriterien wie "Wie viele spannende
Singles aus meiner Gegend gibt es?", "Wie viel Prozent meiner E-Mails werden beantwortet?", "Wie viele Anfragen bekomme ich?" oder gar "Kann man da wirklich einen Partner finden?" in der Summe fast gar nichts? Merkwürdig...

Wir gratulieren dem Datingcafe auf jeden Fall zum Testsieg! Dass die den Kunden-Fairness-Pokal verdienen, sagen wir ja schon immer!

P.S.: Am Rande wurde ein interessanter juristischer Aspekt diskutiert:

Gilt §627 BGB, der für "höhere Dienstleistungen mit besonderem
Vertrauensverhältnis" dem Kunden ein uneingeschränktes fristloses
Kündigungsrecht einräumt, auch für das Online-Dating? Gerichte sind in
der Vergangenheit zu dem Schluss gekommen, dass klassische
Partnervermittlungen auf jeden Fall darunter fallen. Und auch
Singlebörsen, denen man Intimes wie Einkommen, sexuelle Vorlieben usw.
verrät, wurden von einzelnen Gerichten schon entsprechend eingeordnet...