Samstag, November 22, 2008

Verrückte Dating-Studie Nummer XXX

Online Dating News, Köln -- 21.11.2008 --

Wenn man sich Studien zum Thema Online Dating ansieht, muss man sich immer öfter die Haare ausreißen. Die "Spezialisten" bei diesem Thema sind mit Sicherheit die "Dating-Wissenschaftler" der Uni Bamberg, über deren Ergebnisse auch unserer Freund Gebhard Roese schon öfters berichtete und die jetzt mit ihren Thesen sogar Eingang bei Wikipedia gefunden haben:

Sozialwissenschaftler der Universität Bamberg ermittelten anhand von Profilen sowie 1800 Telefoninterviews in einer repräsentativen Erhebung, dass die Suchenden überwiegend Anfang 30 und zwei Drittel von ihnen männlich sind.

Im Bildungsniveau gibt es erhebliche Unterschiede zwischen Männer und Frauen: Männer seien weniger gebildet und haben überdurchschnittlich Hauptschulabschluss, während Frauen mit Abitur überrepräsentiert seien. Die Forscher führen dies auf Probleme der realen Partnerwahl zurück, da beide Gruppen Probleme bei der Partnerfindung hätten


Bis heute hat die Uni Bamberg nicht gesagt, von welcher Singlebörse sie ihre Daten bezieht. Wir haben schon bei einigen Anbietern nachgefragt und noch keinen gefunden, der bei diesem Projekt dabei ist.

Die Ergebnisse sind auf jeden Fall haarsträubend. Genauso dämlich wäre es, nur die Mitglieder von Parship oder Elitepartner zu analysieren und dann in die Welt hinaus zu posaunen: Alle Dater sind Akademiker!

Einen weiteren wertvollen Beitrag in unserer Serie "Studien, die die Welt nicht braucht", hat jetzt die BAT Stiftung für Zukunftsfragen geleistet, die 2.000 Personen ab 14 Jahren nach ihren Mediengewohnheiten gefragt befragt hat.

Ein Ergebnis der Befragung:

...Dagegen stellt das Internet-Dating für die meisten Deutschen keine Alternative zum Flirten im wirklichen Leben dar. Nur 3 Prozent machen hiervon Gebrauch.


Liebe Zukunftswissenschaftler, wenn man ermitteln möchte, welcher Prozentsatz der Deutschen online auf Partnersuche ist, sollte man folgendes bedenken:

1) Menschen unter 18 Jahren sind bei fast allen Dating-Portalen durch die AGB's von der Nutzung ausgeschlossen.

2) Als Grundgesamtheit der Umfrage ist nicht die Menge aller Deutschen, die im Internet sind zu wählen, sondern die Anzahl der Singles, die online unterwegs sind. Menschen in einer festen Beziehung haben (oder sollten zumindest) keinen Grund sich im Netz auf Partnersuche zu begeben.

Hätten die Forscher diese zwei Aspekte in ihrem Studienmodell berücksichtigt, wären sie mit Sichherheit nicht zu der Folgerung gekommen, dass das Online Dating keinen Zuspruch in Deutschland bekommt. Mein alter Statistik-Professor hätte gesagt: Ab in die Ecke und schäm Dich...