Freitag, März 17, 2006

Der Tourismus entdeckt die Singlereisen

Online Dating News, Hamburg -- Die Deutschen sind Reiseweltmeister und die deutsche Dating-Industrie boomt. Trotzdem haben die Tourismusanbieter die Zielgruppe der Singles, insbesondere der Ü30er, weitgehend vernachlässigt. Die Big Player findet man bei den organisierten Singlereisen gar nicht, hier agieren bisher nur kleine Nischenanbieter. Angesichts eines jährlichen potenziellen Gesamtnachfragepotentials von ca. 10 Millionen Singles über 30 Jahren eigentlich erstaunlich.

Oft genug haben Singles schon das Problem, bei einer Pauschalreise ein Einzelzimmer zu buchen. Angebote wie der Robinson-Club "Camyuva" haben sich mehr durch Mundpropaganda als durch gezielte Marketingmaßnahmen zu einem bekannten Reisziel für Singles entwickelt.

Geht es nach der unabhängigen Studie "Die Zukunft des Reisens" des Gottlieb Duttweiler Instituts im Auftrag von Kuoni, so wird die Tourismusbranche die Singles als Zielgruppe in Zukunft nicht weiter mit Nichtbeachtung strafen.

Diese Studie analysiert, wie sich Wünsche und Werte der Verreisenden entwickeln. Sie beschreibt die treibenden Faktoren der Veränderung und beantwortet für den Markt relevante Fragen: Wer verreist in Zukunft? Was sind die Motivationen? Welche neuen Reisemärkte zeichnen sich ab?

Die Studie untersucht Megatrends und Gegentrends und die Folgen für die Zukunft der Ferienreisen:

Ferienreisen bleiben im Kern ein Massengeschäft. Doch es wird mehr
individualisierten Massenkonsum geben. Reisen werden immer weniger pauschal und
immer öfter à la carte gebucht. Herkömmliche Kategorien werden aufgehoben und
die gewünschten Service und Komfort Module individuell zusammengestellt.
Anderseits sehnen sich die Menschen wieder vermehrt nach Gemeinschaft. Das
Bedürfnis nach persönlicher Begegnung und Zusammensein mit Familie und Freunden
ist häufig Ziel der Reise und wird wichtiger. Touristen erwarten künftig mehr
Meeting- und Dating-Services. Die wachsende Zahl der Singles benötigt
Dienstleistungen, die ihnen helfen, ihr Sozial- und Liebesleben zu organisieren.

Die Studie stellt mehrere Thesen auf, wie der Tourismus im Jahre 202o aussehen könnte. In Bezug auf Singles, wird folgender Ansatz dargestellt:

Social Hubs for Meeting and Mating

Reisemärkte sind Beziehungsmärkte. Wir reisen, um
neue Menschen kennen zu lernen oder weil wir heimlich hoffen, doch noch dem Mann
oder der Frau unserer Träume zu begegnen. Für eine wachsende Zahl von Singles
erweist sich die Suche nach einem neuen Partner als zunehmend schwierig.


Die herkömmlichen Praktiken der Partnersuche haben unter den neuen Lebensbedingungen ausgedient. Die Online-Partnervermittlung boomt nicht zuletzt darum, weil es on-land für ältere
Menschen keine Alternativen gibt. Es gibt keine Orte, wo Menschen im reifen Alter einfach und unkompliziert neue Partner oder Lover kennen lernen können. Als Ergänzung zu den Online-Single-Börsen, Chatrooms und Networking-Plattformen eröffnet sich für Reiseanbieter ein spannender Markt für reale Treffpunkte. Künftig werden Partnervermittlungsdienste die Softwarelösungen und die Ferienanbieter die Bühne sowie die Mitspieler für mögliche Liebesgeschichten liefern.

Wir finden diese These absolut zutreffend, nur denken wir, dass dieses Szenario schon viel früher eintreffen wird. Sollten die Tourismusanbieter nicht die passenden Angebote schaffen, so werden es die Datinganbieter irgendwann selbst machen. 14 Jahre werden sie damit aber bestimmt nicht warten. Auch dem letzten Satz der These müssen wir widersprechen. Nicht die Ferienanbieter, sondern die Dating-Unternehmen werden die Mitspieler für mögliche Liebesgeschichten liefern. Die Zahl der Menschen in Deutschland, die im Jahr 2005 bei Online-Dating-Portalen registriert waren, lag nach unserer Einschätzung bei 6,4 Millionen. 6,4 Millionen Singles, die die Tourismusbranche bisher schlicht ignoriert hat...

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