Freitag, November 11, 2005

Wie amerikanische Wissenschaftler herausgefunden haben...

Team SBV, Hamburg -- 11.11.2005 -- Ein Andrew Fiore vom renommierten MIT hat sich in seiner Doktorarbeit den "soziologischen und psychologischen Dimensionen" des Online-Dating angenommen und dabei insbesondere das "Nutzerverhalten" betrachtet. Dazu hat er 57.000 Mitglieder einer US-Singlebörse und über 250.000 versendete Mails analysiert.

Schritt 1: Er hat die Mitglieder entlang verschiedener Merkmale (z.B. Alter, Foto vorhanden, versendete Mails) kategorisiert und gemessen, wie viele Mails ein Mitglied während des 8-monatigen Testzeitraums erhalten hat.

Schritt 2: Er hat Korrelationen zwischen Merkmalsausprägungen und der Anzahl der erhaltenen Mails ermittelt.

Hier die wesentlichen Ergebnisse:

  • Je mehr Mails ein Mitglied aktiv versendet, desto mehr Mails erhält es auch. Wer hätte das gedacht ;-)
  • Um als Mann viele Mails zu bekommen, ist ein hoher Bildungsstand, ein mittleres Alter und eine gewisse Attraktivität von großem Vorteil (in dieser Reihenfolge).
  • Für Frauen sind folgende drei Faktotren am wichtigsten, um viele Mails zu bekommen: erstens "not beeing overweight", zweitens eine gewisse Attraktivität und drittens ein vorhandenes Foto.
  • Dialoge entstehen v.a. zwischen Mitgliedern, die in Familienstand, Alter und Kinder/Kinderwunsch übereinstimmen.
Alle anderen Merkmale wie "Rechtschreibfehler im Text", "Sternzeichen", "Hobbies", ... spielen damnach eine untergeordnete Rolle.
Um es auf den Punkt zu bringen: A. Fiore hat "endlich" bewiesen, dass Frauen auf den Status des reifen Mannes fixiert sind, während Männer die Partnerin nach dem Motto "hauptsache sexy und bloß nicht adipös" auswählen. Tja, da hätte er eigentlich nur unsere männlichen Tester beim Online- Flirt beobachten müssen und wäre schneller zu diesem Schluß gekommen...

Fiore kritisiert, dass sich die Dating-Anbieter anscheinend nur sehr wenig für die wissenschaftliche Partnerforschung interessieren, denn die Eigenschaften, die in den Singleprofilen abgefragt werden, weichen von Anbieter zu Anbieter teilweise erheblich ab. Die Anbieter konzentrieren sich seiner Meinung nach zu sehr darauf, Technik und Design zu verbessern, anstatt Singles zusammen zu bringen.

Wir haben uns gefragt, zu welcher Folgerung die Studie sonst noch anregt: Eine zwingende Maßnahme für Frauen dürfte das zeitnah durchzuführende "Fototuning" sein, oder gleich einen professionellen Profil-Fotograf anzuheuern.. In den USA haben sich hier schon einige Nischenanbieter etabliert. Team SBV zweifelt den Erfolg des "Fototunings jedoch stark an. Sicherlich raten auch wir in unserem Ratgeber für Singles, ein besonders gelungenes und vor allem aktuelles Foto zu verwenden, da sich viele Singles unter Wert verkaufen.

Ein Fototuning a la "aus alt mach neu" dürfte letztendlich nur zu weiteren Frustrationserlebnissen führen, wenn der Gegenüber einen beim ersten Date nicht erkennt und auf zögerndes Ansprechen mit einem "sorry ich bin mit ner anderen verabredet" reagiert. Ähnliche von "himmelhoch jauchzend" nach "zu tode betrübt" Dramen sollen sich bei der Einführung des Wonderbras abgespielt haben. Hier einige Beispiele zur Veranschaulichung:


Fotos: singleshots.com

Folgendes Motto würde sich für das ultimative Geschäftsmodell anbieten:"Slim and shape, before you date". Ernährungsberatung, Diätenplaner, Fitnesstraining, Typberatung...so sieht das Dating Portal von morgen vieleicht aus. Engelchen42 gibt warheitsgemäß ihre 80 kg unter Gewicht an. Plopp, sie erschrickt, denn ein Pop-UP teilt ihr mit, dass mit dem Gewicht ihre Chancen unter 30% liegen einen Partner zu finden. Also erstmal rann an den Speck und dann gebaggert...

Aber, was ist, wenn das wirklich alles funktioniert? Wer braucht dann überhaupt noch einen Partner, wenn man sich selbstverliebt im Spiegel sieht.

Die gesamte englische "Thesis" finden Sie hier als PDF