Dienstag, November 08, 2005

Kosten- Nutzenrechnung der Liebe

Welt am Sonntag, wich -- 30.10.2005 -- Sie glauben immer noch, die Liebe sei etwas Unkalkulierbares? Nur weil sich Ihre Lebenspartnerinnen schon des öfteren, aber Ihrer Meinung nach völlig unvorhersehbar, aus dem Staub gemacht haben?

Aber nicht doch. Wahrscheinlich haben Sie nur nicht die 37-Prozent-Regel beachtet. Oder Ihr Nutzen für die Damen lag leider unter den Kosten einer zusätzlichen Partnersuche. So oder so ähnlich könnte man es jedenfalls nach der Lektüre des Buches "Der Liebesökonom" sehen, in dem der FAZ-Redakteur Hanno Beck eine Art Kosten-Nutzen-Rechnung der Liebe aufstellt. Mit ein bißchen Mathematik, behauptet er, lasse sich beispielsweise schon die Partnersuche maximieren: Man teste die potentiellen Partner der Reihe nach, und zwar die ersten 37 Prozent aller zur Verfügung stehenden und in Frage kommenden Partner, und merke sich den oder die beste. Dann suche man weiter und nehme den ersten Partner, der besser ist als der Partner der Testreihe.

Weitere Grundlagen: Eine Heirat kann bares Geld bedeuten. Ökonomische Studien zeigten nämlich, daß verheiratete Männer deutlich mehr verdienen als ledige Männer. Verheiratete Menschen hätten außerdem ein höheres Glücksniveau als Singles. Quasi eine Win-Win-Situation. Dennoch betrachten Ökonomen natürlich auch immer die andere Seite der Medaille, also die Scheidung. Hier zeigt sich offenbar, daß bei Frauen, die zuvor in einer wilden Ehe lebten, die Scheidungswahrscheinlichkeit um 80 Prozent höher liegt als bei solchen, die direkt Ja sagten. Beck zieht hier den Vergleich zwischen Zeitvertrag und Festanstellung heran: Steht bei einem Zeitvertrag (wilde Ehe) das Einkommen auf dem Spiel, gibt man sich noch Mühe. Wird daraus eine Festanstellung (Ehe), gehe man es vielleicht gelassener an, mitunter zu gelassen.

Und wer das jetzt nicht begriffen hat, muß den Stoff von heute bitte zu Hause nacharbeiten: Hanno Beck. Der Liebesökonom. Frankfurter Allgemeine Buch. 17,90 Euro wich