Montag, November 14, 2005

Glänzende Aussichten für Seitensprung - Agenturen

Team SBV, Hamburg -- 14.11.2005 -- Wie "DIE WELT" berichtet, geht die Hamburger Gesellschaft für Erfahrungswissenschaftliche Sozialforschung (GEWIS) davon aus, daß 40 Prozent der Frauen 46 Prozent der Männer während einer festen Beziehung schon mindestens einmal fremdgegangen sind.

Wenn der Beischlaf winkt, schaltet das Gehirn ganz einfach ab. Den Phenylethylaminen sei Dank, winken den Seitensprung Anbietern weiterhin hervorragende Erfolgsaussichten.

Diese sind für die Lust im Gehirn verantwortlich, körpereigene Drogen, die wie Aufputschmittel wirken. Im Zustand der Verliebtheit werden sie pausenlos produziert. Nach maximal sechs Monaten sinkt der Pegel. Bei Frauen bleibt er aber auf hohem Niveau, bei Männern sinkt er dagegen auf den Zustand vor der Verliebtheit zurück. Nach einiger Zeit leiden sie unter "Entzugserscheinungen". Sie wollen die Produktion wieder ankurbeln - und das geht am besten durch eine neue aufregende Frau, die den Kreislauf von Verlieben und Verführen wieder in Gang setzen kann.

Die These, dass der Mann biologisch quasi dazu verdammt ist, seine Gene unter die Damenwelt zu bringen, dürfte geläufig sein. Aber auch bei den Frauen meinen Evolutionsbiologen jetzt neue Erkenntnisse zu haben:

Auch weibliche sexuelle Treue ist von der Evolution nicht vorgesehen. Die Urfrauen leisteten sich, wie ihre nahen Verwandten, die Schimpansinnen, eifrig (heimliche) Seitensprünge, um dabei eventuell die Gene eines kräftigen Draufgängers abzustauben. "Gen-Shopping" damals wie heute. "Der Mensch ist zwar von Natur dazu konstruiert, sich zu verlieben und sich nach ewiger Liebe zu sehnen. Aber er ist nicht dazu gebaut, treu zu bleiben", findet der amerikanische Soziobiologe Robert Wright. Es liege einfach in der Natur der Sache, daß Menschen nur so lange mit einem Partner zusammenbleiben, bis das gemeinsame Kind aus dem Gröbsten raus ist. Spätestens nach vier Jahren werde wieder nach einem neuen Partner für die nächste Etappe Ausschau gehalten.

Was bedeutet dies für den Seitensprung-Markt? Eine quasi unerschöpfliche Zielgruppe, durch körpereigene Drogen zur angebotenen Dienstleistung der Agenturen biologisch genötigt, läßt die ohne hin hervorragenden Gewinnaussichten der "eigentlichen, aber heimlichen Gewinnern" des Dating Booms (mal sehen wer das gerade verstanden hat;-) ) in einem noch strahlenderem Antlitz erscheinen. Selbst diejenigen, die sich durch saisonales Verlieben zeitweise aus dem Kundenkreis verabschieden, werden spätestens nach 4 Jahren wieder in der Datenbank aufgenommen werden. Die Zunft kann nur hoffen, dass nicht irgend ein Forscher auf die Idee kommt, ein Reparationstool zu erfinden, um diesen Gen-Defekt, der ja eigentlich gar keiner ist, zu beheben.

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