Sonntag, September 25, 2005

Datingcafe nimmt Stellung zu Stiftung Warentest-Ergebnissen


Datingcafe, Hamburg -- 23.09.2005 -- Pressemitteilung : Singles sind keine Ware - Die wenig verbraucherfreundliche Sichtweise von STIFTUNG WARENTEST

Singles sind keine Ware, sondern Menschen auf der Suche nach einem Partner mit einem Recht auf Anonymität, Sicherheit und gutem Service. Hätte STIFTUNG WARENTEST zu Beginn seiner Untersuchungen in den gängigen Foren nach­gelesen, was die Singlebörsen-nutzer bewegt, was sie sich wünschen und worüber sie sich beschweren, hätte der Punkt „Seriosität“ einen hohen Stellenwert in Ihrer Unter­suchung bekommen. So sehen wir ein unverständliches Ergebnis, bei dem Punkte, über die sich STIFTUNG WARENTEST selbst im Text beschwert, nicht zu einer erkennbaren Abwertung führen.

Der Punkt „Service“ wurde gar nicht getestet. Ob einer der 16 Dienstleister dem Kunden per Telefon kostenlose Hilfe bietet oder ob er nur über eine 0190er Nummer oder gar nicht zu erreichen ist, macht für STIFTUNG WARENTEST keinen Unterschied. Im Test fehlt auch die Prüfung, ob man durch die Anmeldung in einer Singlebörse unerwünschte Werbemails (Spam) erhält oder nicht. Ebenso führte es nicht zu einer negativen Bewertung, wenn ein Tester innerhalb der Börse Emails mit Angeboten unerwünschter Sexkontakte erhalten hat. Laut Nachfrage bei STIFTUNG WARENTEST habe dies die Tester nicht gestört.

STIFTUNG WARENTEST legt dem Leser nahe, ein Foto zu veröffentlichen. In der Wertung bleibt jedoch völlig un­be­achtet, was die Börse mit diesem Foto macht. Ob sie sich in den AGB alle Rechte daran sichert, ob sie Werbemails mit seinem Foto in die Welt hinaus spamt, ob jeder Gast das Foto sehen darf oder nur einzeln ausgewählte Flirts… Für STIFTUNG WARENTEST ist dieses hoch sensible Thema kein Qualitäts­merk­mal. „Singles wollen Fotos sehen.“ hörten wir auf Anfrage. Aber beim Foto endet die Anonymität und gerade die Hauptnutzer der Single­börsen - beruflich Erfolgreiche mit wenig Zeit – möchten nicht, dass alle Welt etwas über ihre Partnersuche und ihre Wünsche erfährt.

Die STIFTUNG WARENTEST hatte die Chance Maßstäbe im Singlebörsenvergleich zu setzen, aber sie hat noch nicht einmal ihre Hausaufgaben gemacht. So war es weder ein Qualitäts­merk­mal, ob die Aktualität eines Singleprofils ersichtlich war (Kartei­leiche?) oder ob angezeigt wurde, ob ein Teilnehmer sofort (also ohne etwas bezahlen zu müssen) ant­wor­ten kann oder nicht. Auch Sicherheit war für STIFTUNG WARENTEST kein Thema. Das Männer sich in vielen Börsen als Frauen anmelden oder „gewerbliche“ Damen die Single­börsen zur Kun­dengewinnung nutzen, während die Singlebörse Dating Cafe dies durch Personal­aus­weiskontrolle verhindert, war STIFTUNG WARENTEST keine Er­wäh­nung wert.

40% des Testergebnisses ergeben sich aus der subjektiven Meinung von durch­schnitt­lich 3(!) Single-Testern pro Börse. Exakte Angaben zu Alter, Geschlecht, Wohnort, Bildungs­niveau und Ziel der Suche bleiben ungenannt. 19 Gabel­stapler­fahrer aus Hamburg haben aber sicherlich andere Ansprüche an Diskretion im Umgang mit Ihrem Foto und Qualität Ihrer Zuschriften als 19 Hausärztinnen von Sylt.
Dieses wissenschaftlich unfundierte und völlig untransparente Testverfahren ist ebenso unseriös wie manches Singleprofil in den Börsen der vorderen Plätze. Es fehlt einfach eine ausreichend große Probandenzahl. Hätte STIFTUNG WARENTEST mit Hilfe eines Mei­nungs­­for­schungsinstitutes eine repräsentative Singleanzahl zwischen 18 und 60 Jahren nach Ihren Erfahrungen und Meinungen zu den getesteten Börsen gefragt, sähe das Testergebnis mit Sicherheit wesentlich praxisnäher aus. Dann hätten auch unbe­fristete Abos, die teilweise sehr umständlich zu kündigen sind zu einer Abwertung geführt. STIFTUNG WARENTEST hat diesen Punkt nicht bewertet. Zitat: „Die Singles können selbst entscheiden, ob Sie so einen Vertrag eingehen oder nicht.“

Auch die Wertung und Gewichtung des Prüfungspunktes "AGB" durch STIFTUNG WAREN­TEST ist wenig nachvollziehbar. Hier wird auf eine "juristische Prüfung" abgestellt, die ergeben habe, dass "ALLE Anbieter Klauseln benutzen, die nicht erlaubt sind und den Verbraucher benachteiligen". (Eine Erklärung, was dies im Detail bedeutet, hat STIFTUNG WARENTEST verweigert.)
Abgesehen davon, dass juristisch völlig unbedenkliche AGB im Wirtschaftsleben ohnehin die Ausnahme sein dürften, zieht die STIFTUNG WARENTEST die falschen Konsequenzen aus ihrer Erkenntnis. Derartige "unerlaubte" Klauseln sind nach deutschem Recht nämlich ohnehin unwirksam und somit für den Verbraucher im Ernstfall völlig unschädlich. Gefährlich sind hingegen (formaljuristisch wirksame!) Klauseln, mit denen sich einige Single-Börsenbetreiber umfangreiche Rechte an eingestellten Fotos oder persönlichen Daten zur Veröffentlichung in anderen Medien (Zeitungen, TV) oder gar das Recht einräumen lassen, Fotos von Teilnehmern per E-Mail "herumzuschicken". Derartige, für den Verbraucher tatsächlich schädliche Klauseln, wurden von STIFTUNG WARENTEST offensichtlich ebenso wenig in die Wertung einbezogen, wie den Verbraucher massiv benachteiligende Regelungen über einen "pauschalierten Schadensersatz in Höhe von EUR 2.000,00", vgl. insoweit die AGB der Single-Börse "Finya", die von STIFTUNG WARENTEST mit der besten Wertung als "gut" bezeichnet worden sind...

Verbraucher, die sich auf ein solches Votum der STIFTUNG WARENTEST verlassen, weil sie davon ausgehen, dass die STIFTUNG WARENTEST bei der Bewertung der AGB typische Verbraucherinteressen (Datenschutz und Diskretion) berücksichtigt, werden im Ernstfall feststellen müssen, dass sie von Test-Resultaten wie dem vorliegenden direkt in die Irre geleitet worden sind. Und vom Dating Cafe, deren AGB laut STIFTUNG WAREN­TEST lediglich "ausreichend" (mit der Folge einer doppelten(!) Abwertung der Test-Gesamt­note!) sein sollen, hätten Sie einen wesentlich sensibleren Umgang mit ihren persönlichen Daten erwarten können.

Heike von Heymann
Geschäftsführerin Dating Cafe GmbH