Freitag, August 26, 2005

Professor wirbt für Partner-Börse: Uni prüft den Auftritt

Hamburg --26.06.2006 -- Das Hamburger Abendblatt veröffentlichte heute folgenden Beitrag von Christoph Rind:

In Fernseh-Werbespots taucht seit einigen Tagen immer wieder ein Hamburger Universitäts-Professor auf: Erich H. Witte (59). Er wirbt auf mehreren Sendern für eine kommerzielle Partner-Börse (Anmerkung der Rdaktion: es handelt sich um Partner.de) - mit seinem Namen und dem Zusatz "Universität Hamburg". Die dazugehörige Internetseite verspricht "einzigartiges Wissen aus über 20 Jahren Forschung" und ein "fundiertes wissenschaftliches Modell" bei der Suche nach dem passenden Partner.

"Eine sehr seriöse Angelegenheit", versichert Prof. Witte, seit 1993 Leiter des Lehrstuhls Sozialpsychologie an der Uni Hamburg. Er habe die Methode der Partnerwahl in jahrzehntelanger Arbeit entwickelt. Seine Verbindung zu der Firma bestehe lediglich aus einem Beratervertrag. Mit der Abwicklung des damit verbundenen Geschäftes hätten weder er noch die Hochschule etwas zu tun, sagt Witte gegenüber dem Abendblatt.

Im Internet scheinen diese Grenzen zu verwischen. So steht auf einer Webseite, auf der Witte seine Methode der Partnersuche detailliert erklärt, das Logo der Universität Hamburg neben dem der Partner-Börse und dazu der Hinweis "In Kooperation mit der Universität Hamburg".
"Wir haben dem Webmaster untersagt, das Uni-Logo zu nutzen", sagt Uni-Sprecher Christian Hild: "Die Verwendung ist nicht genehmigt worden", betont er. Den Werbeauftritt mit dem Hinweis auf die Universität nennt er "problematisch". Der Vorgang werde von der Hochschule "rechtlich geprüft".

"Die Hochschule steht nicht hinter der Partner-Börse", bestätigt Witte. Auch besitze er keine Geschäftsanteile an dem in München ansässigen Unternehmen. Das von Witte entwickelte System der Suche nach einer geeigneten Partnerin oder einem Partner beruht auf der Auswertung eines aufwendigen Fragebogens. 500 Fragen müssen Interessenten beantworten. Anhand der Antworten ermittelt ein Computer die geeignete Lebensgefährtin, bzw. den Lebensgefährten - für Preise zwischen 98 Euro ("1 Monat Starterpaket") bis zu 348 Euro ("6 Monate Platinum"). Bezahlt werde erst bei Kontaktaufnahme, so Witte.

Sein Verfahren ziele auf eine möglichst breite Übereinstimmung "bei der gemeinsamen Lebenszielplanung", so Witte. Entscheidend sei die Qualität der Fragen und eine entsprechende Menge, um seriös Rückschlüsse auf geeignete Partner treffen zu können.

Eine Ausweitung seiner wissenschaftlichen Arbeit kann sich Witte auch vorstellen, zum Beispiel in einem "Forschungsinstitut für Paarbeziehung". Dort könnten verstärkt sogenannte Drittmittel, also Geld von Unternehmen oder von Forschungseinrichtungen, eingeworben werden. Davon würde auch die Universität profitieren. Und wenn sich Paare gefunden haben, muß das Geschäft nicht beendet sein. Witte: "Als nächster Schritt kann eine Paarberatung folgen."

1 Kommentar:

kalisekj meinte...

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