Dienstag, Oktober 25, 2016

Online Dating in China

Online Dating News, Köln – Online-Dating in China boomt. Der Markt wird von fünf großen Dating-Anbietern dominiert. 
Dating-Apps sind aktuell ein absoluter Renner, da immer mehr Chinesen via Smartphone auf Partnersuche gehen.

Die Branchen-Umsätze steigen seit 2013 rasant und Investoren buttern Millionen US-Dollar in Dating-Apps wie Tan Tan oder Quingchifan.

Beeindruckende Umsatzzahlen


Der chinesische Online-Dating Markt im Jahr 2013 erreichte nach Aussage von Analysis International Gesamtumsatz von 260 Millionen US-Dollar. Die amerikanische Börse rechnet für dieses Segment sogar mit Umsatz von 1,6 Milliarden US-Dollar für das Jahr 2016. 

Ursache des steigenden Umsatzes


Dem steigenden Umsatz in der chinesischen Online-Dating Branche scheinen auf längere Sicht keine Grenzen gesetzt, denn für eine Heirat attraktive chinesische Männer sind rar und Chinesinnen anspruchsvoll bei der Wahl ihres Ehemannes. Aktuell könnte zudem nur jeder vierte Chinese eine Landsfrau heiraten, was auf die Einführung der 1-Kind-Politik von 1979/1980 zurückzuführen ist.

Hochzeit nach wie vor gesellschaftsrelevant


Der gesellschaftliche Druck heiraten zu müssen und einen Stammesnachfolger zur Welt zu bringen treibt außerdem abstruse Blüten innerhalb der chinesischen Gesellschaft. Das beginnt bei dem Raub, Verkauf und Kauf von Frauen aus chinesischen Provinzen, geht über die Anmietung eines Freundes auf Zeit und endet bei einer 20-jährigen Verschuldung für eine Hochzeitsfeier.

Dating-Apps und -Seiten via Smartphone boomen


China beherbergt den größten Smartphone-Markt weltweit, Dating-Apps sind hier deutlich auf dem Vormarsch. Am häufigsten greifen Chinesen zunehmend zu ihrem Smartphone statt ihren PC, um im Internet eine neue Partnerschaft zu finden. Die Userzahlen der Dating-Apps stiegen Im 1. Quartal 2016 kletterten die Userzahlen der Dating-Apps  konsequent in die Höhe.

Den kompletten Artikel zum Online Dating in China mit allen Zahlen und Anbieter gibt's auf Singleboersen-Vergleich.de.

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Freitag, September 30, 2016

Verfahren gegen LOVOO eingestellt

Online Dating News, Köln – Anfang Juni 2016 ging die Verhaftung zweier Geschäftsführer von LOVOO durch die Presse. Nun wurden die Betrugsermittlungen gegen eine Zahlung von 1,2 Millionen Euro eingestellt.

Insgesamt 12 Mitarbeitern des Dating-App-Anbieters wurde vorgeworfen, dass sie vor allem männlichen Nutzern mit falschen weiblichen Profilen zum Geld ausgeben animiert haben. Mit dieser Vorgehensweise soll LOVOO innerhalb eines Jahres knapp 1,2 Millionen Euro von Mitgliedern erschlichen haben. Nach anonymen Hinweisen wurden dann im Sommer 2016 Razzien durchgeführt und die Geschäftsführer verhaftet.


Ermittlungsverfahren eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Dresden begründet die Einstellung des Verfahrens mit mehreren Argumenten. Zum einen ist der individuelle Schaden des einzelnen Nutzers recht gering (je nach Fall ist von einem Betrag zwischen 20 Cent und 20 Euro auszugehen), zum anderen seien die Beklagten bislang nie straffällig geworden und zeigten sich von Beginn der Ermittlungen an kooperativ.

Forderungshöhe gegen LOVOO

Den Beschuldigten stehen nun Forderungen zwischen 5.000 und 390.000 Euro ins Haus. Circa 900.000 Euro gehen an gemeinnützige Einrichtungen in Sachsen, 300.000 Euro landen in der Staatskasse.

Warum zahlt der Flirt-App-Anbieter?

Das Unternehmen ließ verlauten, die Beklagten haben diesen hohen Zahlungsaufforderungen zugestimmt, damit das Ermittlungsverfahren LOVOO nicht weiter belastet. Des Weiteren setzt LOVOO alles daran in den kommenden Monaten das Vertrauen sowohl seiner Kunden als auch Partner wieder zu stärken. Dafür werden unter anderem momentan Optionen zur Verifizierung von Profilen und weitere Optimierungen der Dating-App entwickelt.

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Montag, September 19, 2016

Freenet verkauft Single.de

Online Dating News, Köln ----Passend zum Beginn des Herbstes gibt es auch eine neue Trennung in der Online-Dating-Welt: Ein Urgestein des deutschsprachigen Datings verabschiedet sich von seiner Partnersuche.


Wie in Branchenkreisen bereits bekannt, trennte sich Freenet von seinem Dating-Service Single.de. Gegründet 1999, war das freenet-Portal eines der ersten, die 2001 eine Single-Community in sein Angebot integrierte. 2011 wurde aus freenetSingles, dann Single.de.

Single.de umfasst über 2 Millionen Profile aus Deutschland, laut eigenen Aussagen kommen bis zu 3.000 neue Mitglieder täglich hinzu.

Brancheninsidern zufolge wurde Single.de nun im September an Coach Media GmbH bzw. free communication GmbH verkauft. Der Kaufpreis wurde momentan noch nicht veröffentlicht.

Ob und inwiefern der Plattform Single.de nun inhaltliche Änderungen bevorstehen, ist nicht bekannt.

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Montag, September 05, 2016

Übernahme: Alle 11 Wochen verliebt sich ProSiebenSat1 in ein neues Unternehmen

Online Dating News, Köln ---- Der Medienkonzern ProSiebenSat1 packt sich erneut das Beutelchen mit dem Zukauf eines bekannten Digitalunternehmens voll. 

Heute im Angebot „Partnersuche im Internet“ für geschmeidige 200 Millionen Euro. Und als Zückerchen gibt's ElitePartner obendrauf.



Nach der Übernahme von Verivox und Etraveli, einem Online-Reisebüros, kommt nun das Feld der Online-Partnervermittlungen dazu. So holt sich ProSiebenSat1 für 100 Millionen Euro die Mehrheit von 50% plus eine Aktie an der PARSHIP ELITE Gruppe ins Portfolio.

Das Dax-Unternehmen investierte weitere 100 Millionen Euro, um die Schulden der Hamburger Gruppe zu tilgen.

Erst im April 2015 erkaufte sich Oakley, ein britischer Finanzinvestor, die Mehrheitsherrschaft über Parship vom Holtzbrinck-Verlag. Und holte sich zudem vom Burda-Konzern einen Mitbewerber von Parship, nämlich ElitePartner, ins Boot.

Geschickt von Oakley eingefädelt?

In diesem Jahr rechnet die Parship-Gruppe mit einem Umsatz von 116 Millionen €, einem operativen Gewinn von 25 Millionen sowie einem Überschuss von 18 Millionen.

Oakley verbleibt übrigens als so genannter Minderheits-Anteilseigner bei der Parship-Gruppe.

Christina Wegner, Digitalchef von ProSiebenSat1 setzt auf ein jährliches Wachstum von rund 10 Prozent. Er möchte die Rendite der Online-Partnervermittlung von 21 auf 30 Prozent steigern.

Auch dieses Jahr ist also im Online Dating-Segment nicht wirklich mit kuscheligen Herbstabenden zu rechnen, sondern mit so manchem Sturm. Ob dieser Handel zustande kommt, muss jedoch das Kartellamt entscheiden.


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Kurioses Urteil: Erlöschen des Widerrufsrechts bei Online-Dating-Portalen

Online Dating News, Köln Das Landesgericht Berlin hat unlängst ein recht ungewöhnliches Urteil bezüglich des Widerrufsrechts der Verbraucher, die Online Dating Plattformen für die Partnersuche im Internet nutzen. 

Getragen wurde die Untersuchung von der Frage, ob man bei einem solchen Portal für die Bereitstellung und Pflege einer entsprechenden Infrastruktur bezahlt oder für die dort verfügbaren Single-Profile bzw. digitale Inhalte.

Wir kennen alle das Widerrufsrecht, das regelt wie und ob man als Verbraucher bei einem Kauf im Netz von diesem innerhalb einer gewissen Frist zurücktreten kann. Ausgeschlossen sind bei diesem Widerrufsrecht laut Bürgerliches Gesetzbuch individuell gefertigte Produkte sowie Hygieneartikel.


Doch was hat dieses Widerrufsrecht mit Online Dating zu tun?

Bislang galt dieses Recht auf Widerruf auch auf Dating-Portalen, sprich Nutzer konnten innerhalb einer gewissen Frist von geschlossenen Verträgen zurücktreten.

Im behandelten Fall erklärten die Richter des Landgerichts Berlin jedoch, dass die Inhalte der Dating-Plattform (also Inhalte, die der Nutzer hochgeladenen hat, wie Fotos, Nachrichten und Profile) im Sinne des Gesetzes als so genannte digitale Inhalte gelten.


„Digitale Inhalte“ hat nix mit Liebe zu tun

Anbietern von digitalen Inhalten hat der Gesetzgeber eine Lücke im Widerrufsrecht offengelassen (§ 356 Abs.5 BGB). So erlischt das Widerrufsrecht für die Nutzer, sofern folgende Punkte zutreffen:
  • Der Nutzer muss ausdrücklich seine Einwilligung geben, damit der Anbieter mit der Erfüllung des Vertrages vor Ablauf der entsprechenden Frist für einen Widerruf beginnt.
  • Der Nutzer bestätigt sein Wissen um diese Folgen, nämlich das er durch sein Ok beim Vertragsabschluss sein Widerrufsrecht vollständig verliert.
Das Gericht befand in dem behandelten Fall die nutzergenerierten Inhalte als eben diese digitalen Inhalte, die ein Widerrufsrecht ausschließen. Hart ausgedrückt: Gemäß gesetzlicher Vorgaben können Online-Dating-Anbieter nun das Widerrufsrecht aushebeln und so den Nutzer zu – ziehen wir den negativen Fall in Betracht – einer recht langfristigen Bindung an den Anbieter zwingen kann.


Sinn und Unsinn dieser Entscheidung

Als digitale Inhalte gelten Daten, "die in digitaler Form hergestellt und bereitgestellt werden, wie etwa Computerprogramme, Anwendungen (Apps), Spiele, Musik, Videos oder Texte, unabhängig davon, ob auf sie durch Herunterladen oder Herunterladen in Echtzeit (Streaming), von einem körperlichen Datenträger oder in sonstiger Weise zugegriffen wird.".

Ein gutes Beispiel für einen Anbieter von so genannten digitalen Inhalten ist Netflix. Wenn z.B. jemand bei Netflix ein Abo abschließt und sich in 13 Tagen 5.000 Spielfilme runterlädt und dann widerruft, dann gibt es einen Sonderparagraphen, damit Netflix sich vor betrügerischen Absichten schützen kann. Allerdings schreibt Netflix über dem "Jetzt kostenpflichtig bestellen"-Button klar und deutlich: "Widerruf gilt nicht".

Die Zuordnung der Leistungen eines Dating-Anbieters in die Kategorie „digitale Inhalte“ ist jedoch mehr als fragwürdig. Denn im Vergleich zu bspw. Netflix kann man die Inhalte auf einem Flirtportal nicht in gleicher Weise downloaden wie Serien o.ä. bei Netflix. Eine Inhaltsspeicherung wird – wenn überhaupt – nur im kurzlebigen Cache des Dating-Portal-Nutzers durchgeführt.

Der Fokus der Portale besteht in dem Bereitstellen einer Infrastruktur, die es ermöglicht, dass die Nutzer miteinander Kontakt aufnehmen können. So füllen auch die Nutzer eines solchen Portals das Ganze mit Inhalten und nicht der Betreiber an sich. Im Grundverständnis wird somit eine Dienstleistung erbracht und keine Lieferung digitaler Inhalte.

Ein solcher Dienstleistungscharakter ist deutlich erkennbar, wenn man folgendes Szenario durchspielt: Was kann ein Dating-Anbieter noch an digitalen Inhalten vorweisen, wenn alle Nutzer der Dating-Plattform zeitgleich ihre Accounts und Profile löschen? Also das Portal – bis zu Anmeldung neuer Nutzer – komplett inhaltslos ist. Er könnte somit nicht mehr entsprechende digitale Inhalte liefern. Dies könnte eine berechtigte Zahlungsverweigerung des Nutzers zur Folge haben.


Fazit zum Urteil

Der Gesetzgeber möchte ansich mit dem Paragraphen zu „Digitale Inhalte“ Unternehmen einen Schutz hinsichtlich betrügerischer Verbraucher geben, die das Widerrufsrecht bei einmaliger Lieferung von diesen digitalen Inhalten ausnutzen. Doch eigentlich brauchen Online Dating-Anbieter diese Art Schutz nicht, da es bereits durch § 357 Abs. 8 BGB hinreichend geregelt ist. Dieser Paragraph beinhaltet eine Wertersatzpflicht des Portal-Nutzers vor, wenn der Anbieter bereits vor Ablauf der regulären Widerrufsfrist die Suche nach einem Partner auf der Plattform ermöglicht und eine entsprechend ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung erfolgt ist.

Bleibt abzuwarten, wie andere Gerichte die Thematik „Dating-Plattformen bieten digitale Inhalte“ behandeln werden.

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Dienstag, Juli 05, 2016

FriendScout24: Rebranding als LoveScout24

Online Dating News, Köln – Seit heute heißt das in Deutschland beliebte FriendScout24-Portal nun LoveScout24. Das Unternehmen hat sich nach 15 Jahren zu einer Änderung des Brands durchgerungen. 

Wir als FlirtXperts waren in heller Aufregung, als wir von der Namensänderung von FriendScout24 zu LoveScout24 erfuhren. Was steckt dahinter? Wieso auf einmal jetzt? Und vor allem: nach 15 Jahren? Da ist FriendScout24 doch längst zu einem Synonym für die Partnersuche geworden.

Das „Produktversprechen“ wird durch LoveScout24 klarer 

Die PR-Abteilung von LoveScout24 erklärte der interessierten Öffentlichkeit gestern die Namensänderung damit, dass FriendScout24 sich zu einem „lupenreinen Partnerportal“ entwickelt hätte. Darum würde man es nun LoveScout24 nennen.

Aber war FriendScout24 nicht schon immer das, was auch in den ganzen Werbespots gezeigt wurde? Wir entsinnen uns gewisser Spots mit der klaren Aussage „So verliebt man sich heute!“. Das hat nicht viel mit sozialen Netzwerken zu tun, von denen LoveScout24 sich nun jedoch deutlich abgrenzen möchte.

Peter Breilig, seines Zeichens LoveScout24-Marketingleiter, findet, der neue Name verdeutliche das „zentrale Produktversprechen“ des Portals noch besser und unterstreiche „die Entwicklung von LoveScout24 zum Datingportal Nummer 1“. Alle Freundschaftssuchenden also bitte rüber zu Facebook!

„Was Du an Dir nicht magst, das liebt ein anderer!“

Der neue Werbespot von LoveScout24 führt auch thematisch in eine neue Richtung. Es geht nicht mehr nur darum, dass da eine Singlebörse ist, die sagt „Wir verlieben dich!“. Oder, zu Max Raabes Song „Küssen kann man nicht alleine“, empfiehlt: „Findet Euch!“; Und just fallen sich Barbie und Ken, vor den feuchten Augen eines einsamen Fernseh-Singles, in die Arme.

Nein, die heutigen Singles sollen sich authentisch verlieben. In normale Menschen. Keine Barbiepuppen oder „makellose Idealbilder“ mehr. Das erinnert ein wenig an die Dove-Werbung mit den Nicht-Models in weißer Unterwäsche.

Im LoveScout24-Werbespot (der übrigens nur auf Privatsendern zu sehen sein wird) kommentiert eine Männer-Stimme aus dem Off Emmas Unordentlichkeit oder Lisas lauten (und „ein bisschen schrägen“) Gesang. Zu „I´m just a teenage dirtbag, baby“ sehen wir schließlich, wie jeder noch so un-perfekte Single – dank LoveScout24 – schließlich doch sein Schatzi findet und unter wilden Küssen ins Doppelbett sinkt.

LoveScout24 soll für jüngere Singles sein

Mit der #LoveYourImperfections-Kampagne möchte LoveScout24 die Singles erreichen, welche vom Gewische bei Tinder die Nase voll haben und ernsthaft nach einem Partner suchen. Denn auch bei LoveScout24 geht es (wie bei FriendScout24) um seriöses Dating.

Wegen der jüngeren Zielgruppe, soll es auch „Online-Video-Kampagnen“ für LoveScout24 geben. Natürlich wird die neue alte Kontaktanzeigen-Börse auch crossmedial beworben. So wird es demnächst LoveScout24-Werbung in allen Medien geben, damit auch jeder Single endgültig weiß: Hier geht es um die Liebe – „Let´s fall in love!“ auf LoveScout24.

Was ändert sich bei LoveScout24 für die FriendScout-Mitglieder?

Bis auf den Namen soll sich bei LoveScout24 erst einmal nichts ändern. „Scout24“ bleibt als Wiedererkennungsmerkmal ebenso, wie Farbe und Form des Logos. Ob sich bei der Funktionalität oder den AGB der Singlebörse selbst etwas ändert? Das bleibt abzuwarten.

Wir beobachten LoveScout24 und werden berichten, sobald es Veränderungen geben sollte. FriendScout24-Mitglieder können das Portal auf jeden Fall mit ihrer „alten“ Mitgliedschaft wie gewohnt nutzen. 

Und wenn die gute Lisa nur unter der Dusche oder bei Karaoke so schräg singt, dann sollte auch sie bald einen Partner über Friend…äh...pardon…natürlich: LoveScout24 finden. Der neue Slogan von LoveScout24 ist auf jeden Fall schon einmal sehr sympathisch. Er legt Zuschauern nahe sich so anzunehmen, wie man ist.

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Mittwoch, Juni 08, 2016

Polizei durchsucht Firmenzentrale von LOVOO

Online Dating News, Köln – Heute Morgen wurde das Bürogebäude von LOVOO in Dresden von Beamten des Landeskriminalamtes (LKA) gestürmt. Bereits vor einigen Monaten geriet LOVOO in die Schlagzeilen. 

Damals durch den Vorwurf, gezielt Fake-Profile anzulegen, um Mitglieder zu kostenpflichtigen Aktionen zu verführen.

Bislang bestritten beide Geschäftsführer Benjamin und Björn Bak alle Vorwürfe. Laut Medienberichten wurden beide von der Polizei in U-Haft genommen.

Als langjährige Beobachter und Begleiter des Online Dating-Markts haben wir uns Gedanken zu der Stürmung gemacht:

Wie ist dieser Betrugsvorwurf einzuschätzen und was wird wohl passieren?

Die meisten Anbieter, die mit Fake-Profilen und Animation arbeiten, schreiben das ausdrücklich in die AGB - bis hin zu Sätzen wie "Den Männern sollte klar sein, dass es bei uns keine einzige echte Frau gibt, die man kennenlernen könnte." So wie wir das einschätzen, sind sie damit strafrechtlich aus dem Schneider. Der einzelne Kunde könnte sich aber wohl jederzeit sein Geld zurückholen, denn die AGB widersprechen klar dem Versprechen auf der Startseite "Jetzt heiße Tussis aus Deiner Nähe treffen" - Stichwort "Überraschungsklausel".

LOVOO hingegen hat die Kunden unseres Wissens hingegen nicht darauf hingewiesen, dass mit Fakes gearbeit wird. Und damit ist es dann wohl ein klassischer Betrug. Kommen die Gründer nun ins Gefängnis? Glauben wir eher nicht. Erstens haben die beiden wohl keine kriminelle Vorgeschichte und zweitens ist LOVOO keine reine Betrugsorganisation, sondern eine prima Datingplattform, bei der das mit den Fakes lediglich als zusätzlicher Turbo dienen sollte. Macht dann in Summe vielleicht sowas wie "2 Jahre auf Bewährung".

War es nötig, die Geschäftsführer zu verhaften? 

Kommen die nun in Untersuchungshaft bis zum Prozess? Also auch das muss man relativieren: Erstens wurden die Fake-Module nach den ct-Berichten aus dem vergangenen Jahr wieder deaktiviert und zweitens haben die beiden ja sowas wie ein normales Leben in ihrer Stadt, so dass es keine große Fluchtgefahr gibt - auch deshalb, weil das Strafmaß nicht dramatisch sein wird.

Fraglich ist allerdings der finanzielle Aspekt: Wie hoch ist denn die Betrugssumme?

Hat Karl-Otto in der LOVOO-App 1,99 Euro bezahlt, weil er eine echte Petra treffen wollte oder weil ihn eine Fake-Ursula lockte? Das wird man nur sehr schwer ausrechnen können. Wir schätzen mal ganz grob: 10 Millionen Euro.

Die müssten die Brüder natürlich zurückbezahlen. An wen auch immer. Jedenfalls werden sie das Geld nicht behalten dürfen. Frage: Liegt das Geld irgendwo auf einem Konto herum? Dann könnte man es ja ersteinmal einbehalten. Wurde es vielleicht schon reinvestiert, z.B. in die Eroberung des US-Marktes? Dann könnte es die beiden in die Insolvenz treiben, sofern sie nicht anderweitig die Millionen auftreiben (z.B. durch den Verkauf von LOVOO oder privater Immobilien).

Tja, das war reine wilde Spekulation - mal schauen, wie die Sache weitergeht.

Ein ähnlicher Fall war die große SMS-Flirt-Nummer aus Flensburg um das Jahr 2008 herum. Dort rückte auch die Staatsanwaltschaft an und nahm den Laden hoch, denn es ging um mehrere 10 Millionen Euro. Bis heute gibt es aber keine Verurteilung wegen Betruges - nur die nebenbei aufgedeckte Steuerhinterziehung trieb die SMS-Flirt-Bude in den Ruin.


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Freitag, Januar 29, 2016

Stiftung Warentest: Partnersuche im Internet unter der Lupe

Online Dating News, Köln – Bereits zum dritten Mal nach 2005 und 2010 nahm Stiftung Warentest Online Dating Anbieter unter die Lupe. Im Gegensatz zu den vorherigen Tests kreierte das Team dieses Mal differenziertere Profile.


Stiftung Warentest: vielfältige Testprofile

Für den aktuellen Test entwarfen die Mitarbeiter Profile, die wesentlich mehr Nutzergruppen abdeckten als bei den Tests zuvor. So schicken sie nun „Frau mit Kinderwunsch“ „Mann mit Familiensinn“, „Kreative ältere Frau“, „Offener älterer Mann“ und „Mann sucht Mann“ ins Rennen.

Mit diesen Partnerprofilen spiegelt Stiftung Warentest wesentlich klarer den Durchschnitt des Online Daters wider als mit einer 40-Jährigen, die bei einem vorherigen Test, iLove (Singleplattform für eine recht junge Community) ausprobierte. Verständlich, dass die Testerin damals auf dieser Singlebörse nicht wirklich fündig wurde und diese entsprechend negativ abschnitt.

Für die neue Profilvielfalt ein Lob an Stiftung Warentest!

Parship, ElitePartner, eDarling - die Klassiker auf dem Prüfstand

Plattformauswahl: etwas unglücklich

Bemängeln muss man jedoch die Auswahl der getesteten Dating Anbieter. Bei der Fülle an Plattformen im deutschsprachigen Raum wäre eine vielfältige Selektion angebracht gewesen. Getestet wurden beispielsweise FriendScout24 und Neu.de, die ansich identisch sind, bei Prestigesingles bzw. AcademicPartner handelt es sich um Zweitportale von ElitePartner und eDarling.

Als alternative Partnervermittlung hätte das Team der Stiftung Warentest sich mit Lovepoint beschäftigen können oder Bildkontakte oder Jaumo. Der Markt bietet so viele weitere Möglichkeiten.

FriendScout24 und Neu.de - identische Portale

Testkriterien zu eindimensional

Leider wurden bei der Betrachtung der einzelnen Plattformen auch wesentliche Punkte der Bedienbarkeit nicht beachtet. So fehlt u.a. die Beantwortung der Frage „Können Mitglieder ohne Premiummitgliedschaft auf Nachrichten von Premium-Nutzern reagieren?“. Ein Punkt, der sehr interessant für Online Dater ist und für viele ein Grund sich für oder gegen eine bestimmte Plattform zu entscheiden.

Ein bisschen eindimensional wurden auch die Sichtweise bzw. Dating-Vorlieben von Homosexuellen dargestellt. Zwar wurde diese Zielgruppe beim Test miteingeschlossen, die speziellen Angebote wie GayParship, Lesarion oder PlanetRomeo jedoch völlig außen vorgelassen.

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